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Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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Zwey vnd dreyſſigſte Hochtzeit Predigt. 3¹7 deß Herꝛn/ befehlen jhnen dieſelben zu halten vnnd zu thun/ was recht vnnd gut iſt/ Geneſ. 18. Da arbeiten Vatter vnd Mutter/ da ſchaffen Soͤhne vnd Toͤchter/ Knechte vnd Maͤgde/ ein jedes was jhm im Hauſe vnd auſſer dem Hauſe befohlen iſt/ vnd nehren ſich redtlich/ da gibt man auch Armen Leu⸗ ten fuͤr die Thuͤr/ vnd laͤſſet die Bruͤnnlein herauß flieſſen. Da gibt dañ Gott Sezen/ da gibt er reichlich allerley zu genieſſen/ 1. Timoth. 6. oder je frommen Hauß ⸗Leuten jhre notturfft. Dieſe opera conomica Haußwerck vnnd Geſchaͤffte/ ſo alſo im Glauben nach eines jeden Beruff geſchehen/ gefallen Gott wol ja beſſer als der eheloſe Muͤnche vnd Pfaffen heucheliſche Werck/ wie ſcheinlich auch ſie dieſelbe dargeben. Wer will nun nicht ſagen/ daß der

Eheſtandt ein ehrlicher Standt ſey?

II. Darnach ſeind zu mercken die Woͤrtlein bey allen(um) als nemblich/ bey vnnd vnter allen Staͤnden/ vnter allen Gottsverſtaͤndigen Menſchen. Dann dieweil es ein gemeyner Gebrechen iſt aller erwachſenen Menſchen/ daß ſie nicht im Leib vnnd im Geyſt koͤnnen Keuſch ſein(ohne welche Gott ſonderlich außgezogen vnnd denſelbigen ſolche Gabe gegeben) ſo iſt auch die Ehe allen als ein ehrlich Mittel vnnd Artzeney/ dargegen von Gott verordnet. V

Demnach werden durch dieſen ſo hellen Spruch zu boden gerichtet/ alle alte Ketzereien der Nicolaiten/ Valentinianer/ Carpocratianer/ Gno⸗ ſticorum/ welche gelehrt vnd getrieben haben grawſame Vngehewre Schan⸗ de vnd laſter/ Vnzucht/ in Gemeynſchafft vnd Verwechſelung der Weiber/ vnnd libidinum confuſiones, wie die vnflaͤtige ſtinckende Boͤcke/ die wol fratres libidinũ genent werden. Denen grobe vnd ſchaͤndliche Widertaͤuffer vnd Libertiner in Niderlanden vnd Fran ckreich gefolgt haben/ vnd hat damit vor Zeiten/ wie auch noch der garſtige onfletige Teuffel wollen der Lehr deß Evangeltj ein Schandflecken anhengen. Da iſt kein ehrliche Ehe/ dieſem Apoſtoliſchen Spruch ſchnurſtrack zu wider gehalten worden.

Ingleichem werden auch verdambt die Ketzer/ ſo im Widerſpiel/ die

Ehe vnd das eheliche Leben verworffen als vnrein/ vnd haben die Jungfraw⸗

ſchafft vnd Einſamkeit allein fuͤr Keuſchheit dargegeben/ als da ſeind gewe⸗ ſen Marcion, Secundus die Encratiren, deren ein theyl gar vbel vnd ſchand⸗ lich vom Eheſtandt geredt vnnd gehalten/ denen gar nahe beygeſprungen Terrullianus vnd Hieronymus/ welche die Ehe nur tanquam minus& to-

lerabilius malum, geſtatten woͤllen. Wo bleibt aber allhte dieſer ſchoͤner hel⸗

ler Spruch/ Die Ehe iſt ehrlich/ das Ehebet vnbefleckt. Rr inj Auch