Druckschrift 
Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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. Dreiſſigſte Hochtzeit Predigt. b Z0r anmuͤtig iſt/ daß erja nicht durch die andere Feindſelige ſein Hertz von jener abwenden laſſe/ jhr einen Scheydbrieff zu geben/ vnnd ſie zu verſtoſſen/ vnd vertraw ſich ja nicht der Feindſeltgen: Dann das wuͤrde jhm ja nicht wol ge⸗ lingen/ wann er ein from anmuͤttg Weib verſtieſſe/ vnd einer feindſeligen vnd verdrießlichen Frawen ſich ergebe. Zuvor hatte Syrach ein gleich Gebott gegeben: Scheyde dich nicht von einer frommen vnd vernuͤnfftigen Frawen dann ſie iſt edler weder kein Gold. V Lehr. b Eut iſt der Scheydbrieff auffgehaben/ vnnd heyſt: Was Gott zu⸗ ſammen fuͤget/ das ſoll kein Menſch nicht ſcheyden/ Match. 19. Vnd

hat demnach kein Eheſcheydung nach dem Sententz vnſers Heren Chriſti Statt/ es ſey dann vmb Hurerey vnnd Ehebruch willen.

Demnach hat dieſe Lehr noch heutiger Zeir Gelegenheit ſo fern ſtatt/ daß ein

Mann ſein Hertz ja nicht vmb geringer Vrſach willen von ſeinem frommen vnnd vernuͤnfftigen Weibe wenden laſſe. Dann es finden ſich wol vnartige/ verwegene Maͤnner/ welche nur den Flitter vnnd Kuͤßmonat mit jhren Thu⸗ gendſamen vnnd frommen Weibern in Fteundtlichkeit zubringen/ hernach

wann ſie jhren Luſten vnnd Kitzel gebuͤſſet/ werden ſie jhnen ja in ihrem ey ·

gnen Fleyſch gram/ vnd wolten/ daß ſie jhrer loß weren/ vnd lauffen wol etli⸗ che von jhnen/ vnd laſſen ſie in Armuth vnd Ehlend ſitzen. Die ſeind ja aͤrger als die Heyden/ vnd haben den Glauben verleugnet/ 1. Tim z.

Es kompt auch der Aſmodi der Ehe⸗Feindt mit ſeinen Vnholden/ vnd Teuffels Hurn ins Spiel/ boͤſe Plaffmaͤuler vnd bringen dem Mañ Newe Mehre fuͤr von ſeinem Weib/ das vnnd das hat fie gethan ſie helt dir vbel hauß vnd anders mehr/ vnd richten alſo Hader/ Zanck/ vnd Vnwillen an/ daß der Mann von ſeinem frommen Weibe ſetzet vnd wird jhr gram ſie ri ch⸗ ten bißweilen groß Vngluͤck an.

Daſoll nun bey Ehe⸗Maͤnnern dieſe Vermahnung Syrachs ſlatt finden/ haſtu ein Weib daß dir liebet/ ſo ſetze in deinem Hertzen nicht von jhr/ glaub nicht einem jeden Teuffels Botten. Hat ſchon etwa ein Weib ſein Ge⸗ brechen/ ſo heyſts/ gib dem Weibiſchen als dem ſchwachen Gefaͤß ſeine Ehr/ 1. Petr. 3. Vnd lege gegen die Gebrechen die Thugende/ das Gut vnnd Nu⸗

tzen daß du an deinen thugendſamen Weibe haſt/ vnd wohne bey jhr mit gu⸗

ter Vernunfft.

Die Weiber aber werden hierbey auch erinnert/ daß ſie vernuͤnfftis/

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