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Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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Haußreguln

Wohin aber ſollen ſie ſehen in Verheyrahtunz jhrer Toͤchter? Nach anta Gelt vnd Gut? vnangeſehen/ daß der Mann ein Stocknarꝛ iſt/ wie der rei⸗ abwit che dumme Nabal/ der zu nichts dienet weder in der Kirchen Gottes/ noch vertte im gemeynen Nutzen noch in der Haußhaltung? Neyn/ Syrach ſpricht/ linge Gib ſie einem vernuͤnfftigen Mann. Als Themiſtocles gefragt ward/ obs vad beſſer were eine Tochter einem Reichen/ aber vnverſtaͤndigen Mann geben/ gegt oder einem Armen verſtaͤndigen? Gab er zur antwort/ malle ſe virum e⸗ dana

gentem pecunia, ſed non intelligentem, quam pecuniam egentem viro,

das iſt/ er wolte lieber einen Mann der kein Gelt hette/ were aber verſtaͤndig/

als Gelt ohne Mann. b V So hat der Keyſer Antoninus gerahten/ man ſoll ſich nach ſolchen

Eydam vmbſehen/ nicht die mit jhren vielen Anchen vnd groſſem Geſchlecht AX wuͤſten zu prangen/ oder zu ruͤhmen ihr groß Reichthumb/ Gelt vnd Gut/

Vatter die Lehr/ daß wann jhm Gort ein Weib beſchert/ die ihm Lieb vnnd anmuͤtig

ſondern die jhrer Froͤmmigkeit/ Zucht/ vnd onſtraͤffliches Lebens halben ge⸗ DSDen ruͤhmet wuͤrden. Es iſt hierbey zu merckẽ/ daß Syrach ſpricht: Vnd ſchencke Na ſie(2uensa) einem vernuͤnfftigen Mann. Dann wann ſie auch vernuͤnfftig om vnd wol erzogen iſt/ mag ſie wol fuͤr ein geſchenck geachtet werden. Darfuͤr er der Mann den Eltern/ ſo ſie wol erzogen/ vnd jhm geſchenckt/ danckbar zu gen ſein gebuͤhret. b wan Der Ander Theyl. a 2 Aſiu ein Weib/ daß dir liebet/ ſo laß dich nicht von jhr wen⸗ a

den ſie zu verſtoſſen/ vnnd vertraw dich nit der Feindſeligen. ¼S Diß Gebott oder Regul betrifft den Hauß⸗Vatter/ wie ſich der ge⸗ 8 gen ſein Weib/ ſo er nach ſeines Hertzen Wunſch/ wie der Griechiſche Text M heelekomihen, verhalten ſoll. Vnd iſt aber ſehr auff die Juͤdiſche weiſe ge⸗ zal richtet. da ö Dann erſtlich war bey den Juden zugelaſſen/ daß einer moͤchte mehr 4

als ein Weib haben. Da ſichs offt zutrug/ daß ein Mann eine liebte/ die an⸗ dere aber haſſete/ wie hiervon ein Geſetz iſt/ Deut. 21. fn Darnach war den Juden zugelaſſen(doch wie es Chriſtus erklaͤret/ aa Matth. 18. Vmb jhres Hertzen Haͤrtigkeit willen) daß/ wann ein Mann ei⸗ rec

nen Eckel an ſeinem Weib hatte/ vnd jhr gram wuͤrde/ er jhr einen Scheyd⸗

brieff geben/ vnd ſie von ſich laſſen moͤchte/ welches aber Chriſtus vnſer Herꝛ zen im Newen Teſtament gar auffgehaben. Da gibt nun Syrach einem Hauß⸗ Are