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Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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dan Faufenht folget. Im Schweys deines Angeſichts ſoltu dein Brod eſſen, Dorn vnnd 1

n un= tzetewmdhn Diſteln ſoll dir der Acker tragen. Mit Schmertzen ſoltu Kinder gebaͤren/ ꝛc. b 4 „N S homues Gen. z. Welches alles/ wie auch endtlich der Todt/ iſt der Suͤnden Sold/ . 4 ddoch moderierts ond richtets vnſer frommer Gott dahin/ daß Ehe Leutein GGottaut dieſem Standt haben ein Vbung deß Glaubens/ deß Gebets der Gedult. 6 un 4 ſiekäna Es ſollen diß Junge Leute wol bedencken/ vnnd ſehen daß ſie mit gu⸗

d 5 ande ſohumg tem Rath in dieſen Standt tretten. Dann es ſeind Junge Maͤgdlein/ wel⸗ 4

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9 che meynen/ wann ſie nur einen Mann haben/ ſo haben ſie alles gnug/ wie

Acht vnd zwantzigſte Hochtzeit Predigt. 283 Vermahnung S. Pauli zu wider/ Roman. 12. Aber Gott iſt dem Stoltz feind/ vnd geht derſelbe fur dem Fall her/ Prov. 16. V V

Es iſt diß auch ein boͤſer Brauch/ daß da man Jungen angehenden Ehe⸗Leuten mit einem Geſchenck zum Anfang jhrer Haußhaltung dienen ſoll ſo verfriſſet vnnd verſaufft man zwey oder dreymal mehr/ als man ge⸗ ſchenckt hat/ da kommen Mann/ Weib/ Kinder/ Geſinde/ vnd tragen ab etli⸗ che Tage/ anders nicht als ob man die Jungen Leute gat arm freſſen vnnd ſauffen woͤlle. Welches wider alle Chriſtliche Liebe iſt/ vnnd were deßwegen wol guter Ordnung vonnͤthen/ doch daß man auch daruͤber hielte.

b Der Ander Theyl b ₰ BVm andern fallet allhie bald auff dieſer Hochtzeit mangel fuͤr an b

13 ⸗ Wein/ daruͤber die Mutter deß Herin ſorghafftig iſt/ vnnd meldet ſol⸗ 5 bes jhrem Sohn an: Sie haben nicht Wein. Darauß erſcheinet!/ 1

daß Hochtzeit vnd Hochtzeiterin ſeind arme Leute geweſen/ vñ der Mut⸗ 3 b ter deß Herin mit verwandtnis zu gethan. Den Mangel hat vnſer HeRr

Chriſlus mit einen fuͤrtrefflichen Wunderwerck erſetzt/ in dem/ daß er auß Waſſer guten/ vnd wie die Alten halten/ roten Wein gemacht/ wie im Can⸗— tico Sedulii ſtehet: aquæ rubeſcunt hydriæ.

Lehr. 4

*½½ Ey dieſem mangel am Wein ſo bey dieſer Hochtzeit fuͤrgefallen/

2&☛¶werden wir erinnert deß Ehecreutzes/ ſo nicht pflegt außzubleiben/

Dda fallen fuͤr Armut/ Mangel/ mileria cum aceto, ſawr vnd bitter/ AA

Muͤhe vnnd Arbeit/ da wird das Weib kranck/ da krancken die Kin⸗

der/ da ſtirbt das Viehe/ da wils mit der Kinderzucht nicht fort/ da wils hie/ da wils dort nicht fort.

Das iſt nun alles alſo auff den leidigen Fall vnſerer erſten Eltern er⸗

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