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Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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Fuͤnffte Hochtzeit Predige. 47 ſiqducia Chriſtianorum eſt reſurre ctio mortuorum. Derhalben hat Gott der Herꝛ dieſen Articul nit allein mit Worten vnd Verhe ſſungen darthun vnd bezeugen wollen/ ſondern auch Exempel vnd Furſpiel der Weltgeben. Demnach hat er der erſten Welt vor der Suͤndflut vorgeſtellet diß Exempel Enochs. In der andern Welt vnter dem Geſetz das Exempel Heliæ/ den Gott im Fewrigen Wagen lebendig gen Himmel genommen/ 2. Reg. In der dritten gnadenreichen Zeit/ vnſern HeRR Chriſtum Jeſum den Heetzogen deß Lebens ſelbſt/ Act.z. Welcher nach Vberwindung deß Todes am dritten Tage aufferſtanden/ vnd viertzig Tag hernach ſichtbarlich im zu⸗ ſehen ſeiner Juͤnger auffgefahren iſt gehn Himmel vnd vieler Heiligen mit jhm/ Matt. 27. Welchs das allerherꝛlichſte Exempel iſt/ darinn vnſers Auf. ferſtehung vnd fuͤrſtehende Him̃elfahrt begruͤndet. Solchs iſt vnſere Hoff nung/ dahin dencken wir/ daß wir Chriſto vnſerm Vorgaͤnger in der Auf⸗ ferſtehung entgegen kommen.

Allhie moͤchten nun/ ſo viel Enoch vnd Eliam betrifft/ zwo Fragen erregt werden: die eine iſt/ daß S. Paulus ſpricht/ 1. Cor. 1ß. Fleyſch vnnd Blut koͤnnen das Reich Gottes nicht ererben/ vnd das Verweßliche koͤnne nicht anziehen das Vnverweßliche. Nun aber haben Enoch vnnd Elias noch Fleyſch vnnd Blut an ſich gehabt/ welches durch den Todt vnd Ver⸗ weßlichkeit muͤſſen abgelegt werden/ Item der Todt iſt auff alle Menſchen durch gedrungen/ ſolchs ſehen wir aber an Enoch vnd Elia nicht?

Die andere Frage iſt/ demnach Chriſtus vnſer Herrꝛ iſt der Erſtling deren die võ Todten aufferweckt/ der in allem ſoll den Fuͤrgang haben/ Col. J. Nun aber ſeyen vor jm Enoch vnd Elias gehn Himmel auffgenommen?

Auff die erſte Frage koͤnten wir antworten/ Gott hette ſie wol an ſtat deß Tods veraͤndern koͤnnen/ wie die jenige/ ſo der Juͤngſte Tag ergreiffen wird/ werden verendert/ vnd dem Herꝛn Chriſto entgegen en zuͤckt werden/ 1. Corinth. 1§. Vnnd ſolches alles vmb deß Herꝛn Meſſiæ verdienſts wil⸗ len. Es hat Gott anzeigen woͤllen/ wie er die Menſchen/ wann ſie nicht in die Suͤnde gefallen weren/ zu ſeiner Zeit/ wann es jhm gefallen/ auß dem Naruͤrlichen Leben in das Geyſtliche/ Himmliſche Leben entzogen haben wuͤrde/ Auch daß G Ott dieſe zwen trewe Maͤnner durch ein ſonderlichs Privilegium ohne Todt zu ſich gezogen/ darmit hat er beſtaͤtigen wollen/ daß der zukuͤnfftige Todt des Herꝛn Meſſia kraͤfftiger ſey zu vnſerm gu⸗ ten vnnd vns zum Leben zu bringen/ dann vnſere Suͤnde zu vnſerm ver⸗ derben.

F uij Auff