chen Todtes ſterben/ ſie dannoch zum leben hindurch drungen/ Joh. 5. Vnd
2² Von Creutz der Eheweiber
were vor dem Fal nicht alſo geweſen/ da hette das Weib ohne alle ſchmer⸗
tzen vnd beſchwerlichteit Kinder getragen vnd geboren.
Die andere ſtraff iſt: Vnd dein will ſoll deinem Mann vnder⸗ worffen ſein/ vñ er ſoll dein Herꝛ ſein. Domine deſiderium tuũ ad virum,&c. Es were wol vor dẽ Fall auch ein Ordnung/ Prioritet vnd Pre⸗
eminentz zwiſchen dem Mann vnd Weib geweſen/ alldieweil S. Paulus auß der Ordnung der Schoͤpffung ſetzt: der Mann iſt deß Weibs Haupt vnd das Weib iſt von dem Mann/ vnd nicht der Mann vom Weib/1. Co⸗
rinth. 11. Aber hierbey were kein Zwãg/ kein Widerſpenſtigkeit geweſen/ ſon⸗ dern eitel Luſt vnd Frewde/ vnd were dannoch das Weib in einer Digniter vnd Wuͤrde mit dem Mann geweſen. Aber jetzo heiſts nun: Dein will ſoll
deinem Mann vnderworffen ſein/ vnnd er ſoll dein HErꝛ ſein. Da der Mann alle Hauptaͤmpter im Hauſſe vñ auſſer dem Hauſſe/ in der Kir⸗ chen vñ Weltlichen Regiment verꝛichten muß/ die dem Weibe zu verꝛichtẽ nicht gebuͤhren/ ſondern ſie muß jhrer Haußhaltung abwarten. Es werden dieſe Wort: Et deſiderium tuum ad maritũ tuumz von etlichen Gelehrten alſo gedeutet/ daß ob wol dem Weib durch die eheliche Beywohnung beym Mann/ viele ſchmertzen im Kinderziehlen vnd tragen Vervrſacht werden/ dannoch das Weib am Mañ mit groſſer Luſt vnd begierde haͤngt/ alſo/ daß ſchier dieſelbe liebe Vnnatuͤrlich ſcheinet/ der Vrſachen/ David ſagt/ 2. Sam. 1. Da er ſeine groſſe liebe gegen ſeinem hertzliebſten Freundt Jona⸗ than/ der im Krieg vmbkom̃en war/ bezeugen will: Es iſt mir leid vmb dich mein Bruder Jonathan/ ich habe groſſe Frewde vnd wonne an dir gehabt/ deine liebe iſt mir ſonderlich geweſen/ dann Frawen liebe iſt/ aber die erſte erklaͤrung iſt einfaͤltiger. Alſo ſeind nun auffs Weiblich geſchlecht zweyerley Straff gelegt: 1. Viel ſchmertzen in der empfaͤngnis der Kinder/ vnnd in der Geburt: 2. Vnderwerffung.
Moͤchte aber jemandts allhie gedencken: wo bleibt dann Gottes Wort/ du ſolt deß Todtes ſterben?darvon hoͤret ich bey anmeldung dieſer Straffe nichtsꝛdiß iſt allhie ohne zweiffel der Vrſachen halben geſchehen/ weil Gott der Herꝛ hatte verordnet vnd verheiſſen deß Weibs Samen/ welcher die
Macht nehmen ſoldem/ der deß Todtes Gewalt hatte/ Heb.. Ja der vom
Todt vnd Hellen erloͤſen ſoll/ Oſ. 3. Dahero ſolte geſchehen/ daß ob wol die jenige/ ſo an dieſem verheiſſenen Weibsſamen glaubten/ muſten deß Zeitli⸗
jihre
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