Druckschrift 
Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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Amacht ond

Ziehlungwñ

Werck/ da Naſtin ſchicht wi ruͤhmet diß tebeitet/ ales den gemacht itwie Mich N Fleiſch an⸗ Leben vnnd inen Athem. dir daruͤher/ vine Wercke icht berholen! en in der Er⸗ gen Eheſtan⸗

888888 chtzeit

Iſchmer⸗ erſt/ Du und dein nder ſoll

Groß

Dritte Hochtzeit Predigt.

lich geſchlecht komen/ im gantzen leben/ auch ſonderlich im Ehe⸗ ſtand/ der jnen ſonſten ein luſtiger Stand durchauß geweſen were. Dann da hat Gott der Schoͤpffer gerechte Richter den Meſchen den er

s Jam̃er Elend iſt von wegen der ſuͤnde vber das Menſch⸗

nach ſeinem Ebenbild gemacht zu einer edlen Creaturen/ zur rede geſetzt/ 1. d?

Mann/ darnach das Weib/ da der Mann die Schuld auff das Weib/ das Weib auff die verfuͤhriſche Schlang/ ja ſchier auff Gott ſelbſt d ein ſolch li⸗

ſtig Thier geſchaffen/ legen woͤllen. Ob wol Gott der Herꝛinen zu maͤch⸗

tigen Troſt die Verheiſſung vom Samen deß Weibs gegeben welche der Schlangen den Kopff zertretten ſoll/ dardurch ſie von ewigen Fluch ſollen errettet werden/ ſo denunciert Berkuͤndigt er doch in vorgeleſenen Wortẽ dem Weiblichen geſchlecht ſein Straff Laſt. Von dieſem Sententz/ den Gott der Richter vber das Weib ergehen laſſen/ woͤllen wir dißmal bericht anhoͤren/ den Sententz aber vber den Mann auff eine andere Zeit ſparen. Gott gebe die gnade ſeines H. Geyſts/ daß wir hievon etwas nuͤtzlichs vnd heilſams lehren vnd lernen moͤgen/ vmb Chrifli willen/ Amen. Erklaͤrung deß Texts. b S hatte zwar das Weib ſein behelff vnnd beſchoͤnung fuͤr GOTt gebraucht/ vnnd die Schuldt verwenden wollen auff die Schlan/ Dia ſchier auff Gott ſelbſt: die Schlang hat mich betrogen/ wie dann

Adam die Schuldt auffs Weib legen wollen. Aber dieſe Entſchul⸗

digung gilt allhie fuͤr Gott dem gerechten Richter nichts Vrſach/ ſie hat⸗ ten Gottes Gebott/ darauff ſolten ſie geſehen haben. Demnach ſpricht Gott der Herꝛ zum Weibe: Ich will dir viel Schmertzen ſchaffen/ wann du ſchwanger wirſt: du ſolt mit Schmertzen Kinder gebaͤh⸗

ren. Erſtlich legt Gott dem Weib auff viel Schmertzen in conceptu&m

partu, in der Entpfaͤngnis vnd in der Geburt. Was nun diß fuͤr Schmer⸗

tzen ſeindt/ das wiſſen vnnd erfahren die Weiber am beſten daß ſo bald ſie Schwanger werden/ ſo iſt da viel Schmertzen/ Ach vnd Wehe/ da iſt wi⸗ derwill zum eſſen/ vnnd bißweiln Vnnatuͤrliche Luſt vnnd Begierde diß vnnd deß/ Ohnmacht/ Schwermuth/ Mattigkeit/ ꝛc. Das weret biß ſo⸗ lang die Mutter das Kind zur Welt gebaͤhren ſoll/ wie es da gehe/ das

gibt die Erfahrung/ daß bißweilen Mutter vnd Kindt in Gefahr jhres le⸗

bens ſeindt/ ja auch die Mutter jhr leben darſtrecken muß/ wie die from⸗

me Rahel/ Geneſ. 35. Hernach die Aufferziehung hat auch jhre muͤhe, Diß 1) were