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Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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b Andere Hochtzeit Predigt. 1 ſer Herꝛ Gott hette ein Maͤnnlein vnd Fraͤwlein geſ chaffen/ den newen Eheleuten den Segen geſprochen/ daß durch ſie/ vnd volgens jre Nachkom⸗ mene in Eheſtand das Menſchlich geſchlecht ſoll geziehlet vermehret wer⸗ den. Wie aber vnd in was ordnung Gott der Herꝛ den Mann vnnd das Weib geſchaffen/ vnd ſie ehelich zuſammen gegeben/ ſolches erklaͤret fuͤh⸗ ret er auß im andern Cap. da er zwar hatte geſ chrieben: Gott der Herr hatte den erſten Menſchen auß einem Erdenklos gemacht/ jhm ein lebendigen Athem eingeblafen in ſeine Naſen/ vnd alſo ſey der Menſch worden ein le⸗ bendige Seele. Von welchem Vrſprung deß Menſe chen Ariſtoteles vnd die Philoſophi nichts wiſſen. In vorgeleſenen Worten haben wir ein beſchrei⸗ bung der Schoͤpffung des Weibs/ wie der Schoͤpffer die Hevam auß einer Rieben deß Manns gebawt/ ſie dem Adam zu geſellet zu einer gehuͤlffin/ der ſie auch mit frewden angenommen/ vnnd als ein Prophet geweiſſagt/ wie hin kuͤnfftig der heilige Eheſtandt ſoll gehalten werden/ welches fuͤrwar ein feine luſtige anmuͤtige Hiſtoria iſt von einſetzung des H. Eheſtandes. Wir wollen n. beſehen/ auß was Vrſach vnd gelegenheit der heilige GOtt das Weib zu ſchaffen dem Adam an die Hand zu geben mit groſſem be⸗

dacht beſchloſſen/ z. Wie er das Weib geſchaffen vnd dem Adam zu gefuͤh⸗

ret/ vnd wie er ſie mit frewden angenommen /ꝛc. Gott der heilige Schoͤpffer vnd Stiffter/ gebe vns ſeines H. guten Geiſts gnade daß wir von ſeinen Wercken vnd herꝛlicher Ordnunglnuͤtzliche vnnd heilſame Ding dencken!

lehren vnd hoͤren moͤgen/ Amen.

Der Erſte Theyl. We Gott der Herr ſprach: Es iſt nicht gut/ daß der Miſch 2 Jallein ſey. Was allhie der Prophet Moyſes ſchreibt/ das hat ſich alles am ſechſten Tag begeben. Als nun Gott den Mann geſchaf⸗

fen/ vnnd in garten Eden geſetzt/ daß er denſelben bewohnen ſolte/ da

ſprach Gott der Herꝛ/ Jehova Elohim das iſt der ewige einige Gott in dreyen Perſonen/ der ſprach/ was dann? Es iſt nicht gut/ ꝛc. Das iſt es/ es will ſich gar nit ſchicken/ daß der Menſch allein ſey/ vnd fuͤr ſich ſelbſt al⸗ lein dahin gehe. Dann es Gottes Rath nicht/ daß nur ein einiger Menſch ſein ſoll/ auch nicht hat er woͤllen zu einem mahl ein groß anzahl Menſchen ſchaffen/ darbey es bleiben ſoll/ wie er ein vnzehliche menge der Engel ge⸗ macht/ ſonder ſein will iſt/ daß ſich Menſchlich geſchlecht ziehlen/ alſo ver⸗ mehren ſoll/ derowegen wer es ja nit gut/ Donegen der Ziehlung/ daß nur b iij ein