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Der Harz : mit großer Übersichtskarte, 21 Routenkarten und Plänen und 4 Panoramen.
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41. Route: Von Alexisbad nach Ballenstedt. 267

sage. In früheren Zeiten hat halten. Um die Mitte des 17. Jahr- man am Falkenstein zuweilen hunderts feierten zwei Junker von

Zwerge gesehen, welche guten Asseburg auf Falkenstein den Menschen in ihren Nöten gern Geburtstag ihrer Mutter und be- beistanden. Dieselben wohnten nutzten dabei die Becher, das Ge-

meistens in der Höhle Tidian, wo schenk der Zwerge. Als nun die sonst Goldsand gefunden worden Brüder die mit Wein gefüllten sein soll. Eine Burgfrau auf Falken- Becher auf das Wohl ihrer Mutter stein rief einst in schwerer Krank- leerten, wurde einer der Becher heit die Zwerge um Hülfe an. Die zerbrochen, und die Scherben fielen guten Zwerge erschienen in der klirrend zu Boden. Noch an dem- Mitternachtstunde, bannten die selben Tage machten die Junker Krankheit und beschenkten über- eine Spazierfahrt, gerieten mit dem dies die Burgfrau mit drei goldenen Wagen in einen ausgetretenen Fluß Kugeln und drei altertümlichen und wurden vom Wasser verschlun- Kristallbechern. Diese wertvollen gen. Seit jener traurigen Begeben- Geschenke der guten Zwerge wurden heit hat man die Zwerge nicht von der Familie Asseburg auf Fal- wieder gesehen.(Gittwald.) kenstein stets in hohen Ehren ge-

In der Nähe des Schlosses Falkenstein(1 km) das Gartenhaus (Wirtschaft). Von hier Ausflug über Pansfelde nach der Leinemuhle 4,5 km (Gasthaus im Leinetale), gute, billige Sommerfrische, und Molmerschwende (6,5 km). Hier wurde am 31. Dezember 1747 in dem noch stehenden Pfarr- hause Gottfried August Bürger geboren.(Denkmal.) Von Molmerschwede nach Wippra 7 km, von Leinemühle nach Rammelburg 7 km.

Vom Falken nach Ballenstedt(7 km).(Für Radfahrer anfangs starke Steigung.) Im Selketal abwärts geht der Weg am Mausoleum, einer Asseburgschen Familiengruft, vorüber nach Schloß Meisdorf. Man gehe nicht bis zum Dorfe, sondern in den Schloßgarten, um die schöne Hirschgruppe von Kureck zu besichtigen. Von Meisdorf gelangt man über Opperode auf direkter Chaussee nach Ballenstedt. Ein kürzerer, bezeichneter Feldweg führt von Opperode direkt nach dem Stadtbahnhof Ballenstedt.

Vom Falken führt ein drerter Fußweg durch den Wald nach Ballenstedt (6,5 km), der sog. Lumpenstieg, jenseits der Selke ziemlich steil in die Höhe

dann immer geradeaus. Im dritten Tale, rechts zum Kohlenschacht. Von dort Feldweg bis Ballenstedt in 4 St.

(23,8 km) Ballenstedt(217 m), eine Stadt mit 6060 Einw., ist Sommerresidenz des Herzogs von Anhalt. Kreisdirektion. Amtsgericht. Oberförsterei. Städtisches Gymnasium und Real- schule mit Alumnat. Höhere Töchterschule, Damenpensionate. Städtische Kurverwaltung. Im Sommer Konzerte im Schloß- park und regelmäßige Morgenmusik, Nachmittags- und Prome- nadenkonzerte in den Lohden, einem herrlichen Laubwalde mit vielen Ruhebänken und Aussicht.

Gasthöfe. Hotel Deutsches Haus(H. Sundmäker), am Alexanderplatz. Gut. Z. 1,50 1,75 Mk., Fr. 75 Pf., Mi. 1,50 1,75 Mk., P. 4 5 Mk. Gut.

Hotel zum wei ßen Schwan, am Alexanderplatz. Neu eingerichtet. Z. 1,50 Mk., Fr. 75 Pf., Mi. 1,50 Mk., P. v. 4,50 Mk, an. Großer Gasthof, unmittelbar