Druckschrift 
Der Harz : mit großer Übersichtskarte, 21 Routenkarten und Plänen und 4 Panoramen.
Entstehung
Seite
40
Einzelbild herunterladen

40 1. Eintrittsroute: Berlin Potsdam Magdeburg Halberstadt.

Halberstadt, ein alter Bischofssitz, 1648, kam die Stadt an Brandenburg. eine der ältesten Städte Deutschlands, Der Ursprung eines unserer ältesten erhielt im Jahre 9891Stadtrechte. Die Kinderlieder,Buköken von Hal- Gründung des Bistums Halberstadt- berstadt, bring min lütten Kinneken wird Karl dem Großen zugeschrieben. wat, ist auf den Bischof Buko von Im 12. Jahrhundert wurde die Stadt Halberstadt zurückzuführen. durch Heinrich V. und später durch Im 18. Jahrhundert wohnten hier Heinrich dem Löwen eingeäschert. die Dichter Gleim, Clamer Schmidt und Durch den Westfälischen Frieden, Lichtaer.

Literatur: Schmidt, Urkundenbuch. Halle 1878/79.

Clajus, Bistum Halberstadt. Osterwick 1901.

Zschiesche, Halberstadt sonst und jetzt. Halberstadt 1895.

Die alte Stadt besitzt eine Fülle von hochinteressanten Holzbauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Ein go- tischer Steinbau mit Renaissance-Elementen ist das Rathaus, 1365 bis 1381 erbaut(davor ein kolossaler Roland); hervor- ragende Holzbauten sind der gegenüberliegende Ratskeller von 1461 und der Stelzfu ß. Die dem Rathause gegenüberliegende Kommisse(Steueramt) diente einst zur Beherbergung fürstlicher Gäste.

Am Domplatz liegen die romanische Liebfrauenkirche und der Dom, in der Mitte zwischen beiden das Kriegerdenkmal von 1870-71, seitwärts der Bogengang der Zwicken mit dem wiederhergestellten Domprobsteigebäude mit Wandgemälden von Barlösius(Besuch Sonntags von 101 Uhr unentgeltlich).

Die Liebfrauenkirche, ein rein romanischer Bau aus der Mitte des 11. Jahrhunderts, 1848 restauriert, enthält die Reste alter Wandmalereien und Relieffiguren. Außen an der Kirche hängt dasblutende Schwert. Gegenüber liegt der Dom, eines der schönsten Baudenkmale fein durchgebildeter Gotik aus dem 13. Jahrhundert. Wegen Besichtigung(wochentags 8 12 ½ Uhr und 2 Uhr bis abends) wende man sich an den Küster. Eine Person 1 Mk., zwei und mehrere Personen je

50 Pf.

Das Innere. Das stilvolle, 30 m gen. Buxo(1059 bis 1088). Der große

hohe, 105 m lange Schiff der Kirche, Kinderfreund hält in der Hand zwei von schlanken Säulen getragen, die Kinderschuhe(Buköken von Hal- schmalen hohen Seitenschiffe, der berstadt, bring doch mine leiwen prächtige Chor, dazu das durch Kinder wat!). Glasmalerei gedämpft einfallende In dem spätgotischen Kapitelsaal Licht, alles vereinigt sich hier zu befindet sich der Domschatz, reich einer mächtigen Totalwirkung. Be- an alten Meßgewändern. Der Teufels- achtenswert sind: die Kanzel von oder Lügenstein nahe dem Haupt- 1592, der Lettner von 1510, welcher eingang des Domes, wahrscheinlich den Chor vom sSchiff trennt; im ein altgermanischer Opferaltar, wurde Chor Gobelins aus dem 13. Jahr- der Sage nach von dem Teufel hundert. Chorgestuhl aus dem 14. auf das Gebäude geschleudert. Er Jahrhundert. Unter den Standbildern hatte beim Bau geholfen und be- an den Pfeilern, die zum Teil erneuert merkte zu spät, daß das Haus eine sind, das des Bischofs Burckhardt II. Kirche wurde.