26 Geschichtlicher Rückblick.
Jagdreviere des Harzgebirges auf. Viele Ortschaften stammen aus dieser Zeit. Die Namen Königshof, Königsberg, Königskrug erinnern daran; auch das Jagdschloß Bodfeld wurde damals erbaut. Die Glanzperiode des Harzes hub aber an, als Kaiser Heinrich III. Goslar zum clarissimum regni domicilium, zur Reichshauptstadt erhob, als er jenen Kaiserpalast schuf, dessen romantischen Bau wir heute noch bewundern. Eine breite Straße, der Kaiserweg, deren Spuren wir noch jetzt verfolgen können, wurde quer durch den Harz, von Goslar nach Nordhausen, ge- führt; in Bodfeld, Siptenfelde, Hasselfelde usw. entstanden kaiserliche Jagdschlösser, deren Trümmer wir heute vergebens suchen.
Bis zum Ende des 12. Jahrhunderts dauerte die Glanz- periode des Harzes. Die Kaisermacht verfiel, und das Ritter- tum verwilderte. Da erstarkte die Macht des Bürgertums. Die größeren Städte des Nordharzes schlossen sich dem mächtigen Hansabunde an, namentlich wurde Quedlinburg ein wichtiges Mitglied des Bundes. Die Burgen der Raubritter wurden ge- brochen, die Sicherheit des Verkehrs wurde hergestellt, wichtige Straßen wurden gebaut: das ist die Signatur dieser Kultur- periode.
Ein neuer Aufschwung der Industrie begann mit dem Auf- plühen der Städte; der Bergbau erstarkte und wurde die wich- tigste Einnahmequelle der Harzer. In diese Zeit, in das 15. und 16. Jahrhundert, fällt die Gründung und die Entwicklung der sieben bergbautreibenden Städte des Oberharzes: Clausthal, Zellerfeld, St. Andreasberg, Grund, Wildemann, Altenau und Lautenthal.
Der dreißigjährige Krieg wurde den Harzbewohnern mit allen seinen Schrecken fühlbar; kein Ort des ganzen Harzgebietes plieb gänzlich verschont. Ein übersichtliches Bild dieser vielen Einzelkämpfe zu geben, würde hier zu weit führen. Episoden des Krieges von hervorragender Bedeutung, welche sich im Harzgebiete abspielten, waren die Entscheidungsschlacht bei Lutter am Barenberge und die Einnahme von Clausthal sowie die Erstürmung und Plünderung von Zellerfeld durch Tillys Truppen. Die Berge des Harzes wurden um diese Zeit eine Zufluchtsstätte für Deserteure, ihrer Habe beraubte Bauern und Bürger, Tagediebe usw., welche sich hier zu Räuberbanden zusammenscharten und bis ins 18. Jahrhundert hinein das Land unsicher machten.
Nur langsam erholte sich der Harz von den schweren Wunden des Krieges Erst im vorigen Jahrhundert nahm der


