Druckschrift 
Nachrichten über Leben und Schriften des Herrn Geheimraths Dr. Karl Ernst von Baer : veröffentlicht bei Gelegenheit seines fünfzigjährigen Doctor-Jubiläums am 29. August 1864 von der Ritterschaft Ehstland, mitgetheilt von ihm selbst / Karl Ernst von Baer
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen

sehr enge 3 Freie Ju Eingangs. Ahorn und Stretenden ommer am Aufsehern hm zu he- ei mit ein— weiter und einzelnen e, rothge- aren. Dies einen unge- dch in leh- itezeit vor- el mit der die Teiche, nthaten an tandhaftig- tter-Gänsen. 2n Hof gar len. ldes stiess, nmein On- sst pflanzte hatte, der nen künst— fwerfen Zu- dder einen ngengang hön Waren, Phantasie es Bienen- auben und aupt durfte „der eben

9

im Verschwinden war, gelten. Die Zeit, in der man selbst den Bäumen künstliche Formen gab, wie in den Französischen Gär- ten der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, war zwar schon vorüber; ich habe dergleichen nur noch als Merkwürdigkeit an einigen Orten conservirt geschen. Die Bäume also durften wachsen wie sie wollten und konnten, nur mussten die Stämme in Ordnung, d. h. in Reihen stehen. Zier- und Fruchtsträucher, oder gar Blumen in Gruppen oder Haufen wurden nicht geduldet, und Wege, die nicht nach der Schnur gezogen waren, blieben für Gärten eigentlich undenkbar. Ueberhaupt durfte die Natur in einem Garten sich nicht mehr herausnehmen, als man ihr nothwendig gestatten musste, um Früchte und Blumen zu haben. Mein Onkel hatte streng geschieden; der Hof und dessen Um- gebungen gehörten der Natur, der Garten der Kunst. Dort wollte er jeden Grashalm und jede Blume geschont wissen, hier war ihm jedes Gras, das nicht zu Einfassungen diente, und jede »wilde Blume“ ein Gräuel, und wenn er im Garten umherging, war er gewöhnlich mit einer Hacke bewaffnet, um jede freiwil- lige Natur-Thätigkeit im Keime zu vertilgen. Nicht nur die Wege, sondern auch die Räume für die Fruchtbäume waren hoch mit Grand(Kies) betragen, um diese Treibkraft besser im Zaume

Dieser Garten konnte sich besonders guten Obstes Die Pflaumen namentlich durften für die besten des

zu halten. rühmen. Landes gelten.

Die weitere Umgebung hatte nichts von der Steifheit des Gartens, sondern war freundlich und ungewöhnlich mannigfach. Hinter dem Hühnerhof lag ein feuchter Thalgrund mit hochauf- geschossenen Schwarzellern, an diesen stiess ein Heuschlag, der mit prächtigen Eichen und andern grossen Bäumen geziert war, und, an einigen Stellen wenigstens, in blumenreiche Abhänge auslief.— Die nicht ausgedehnten Felder, überreich bedeckt mit flachen Bruchstücken von Kalksteinen machten glauben, dass der feste Kalkflötz nicht tief liegen könne, der sich doch nicht finden liess. Vielleicht waren diese Brocken von Kalkflötz in frühern Zeiten nur durch geologische Vorgänge zusammengeschoben, denn stellenweise fanden sich auch Grandhügel, die man bei uns

Berge zu nennen pflegt. Ein entfernterer, dessen Gipfel eine