Aufgefordert, von meinen Schriften und meinem Leben zuverlässige Nachrichten zu geben, habe ich ge- glaubt, in Bezug auf den letzten Theil der Forderung vorzüglich die Bildungsgeschichte ins Auge fassen zu müssen. Mein Leben ist bisher, wie es bei einer wissen- schaftlichen Laufbahn gewöhnlich ist, ohne besonders merkwürdige Ereignisse verlaufen. Ich miisste, wenn ich versuchen wollte interessant zu schreiben, gradezu einige kleine Reiseabenteuer ausmalen. Aber auch diese, so wichtig sie auch Dem zu seyn pflegen, der sie erlebt hat, sind doch jedom andern gewöhnlich sehr gleichgültig, wenn man dabei nicht zu Grunde geht, was mit mir noch nicht geschehen ist. Ich habe daher eine Selbst- biographie von meiner Seite immer höchst iberflüssig gefunden und bin auf erhaltene Aufforderungen dieser Art nicht eingegangen. Da ich mein Todesjahr noch nicht anzugeben wusste, konnte meine Biographie doch nicht vollständig werden.
Allein, da eine Vergleichung der Vergangenheit und Gegenwart im Vaterlande gewünscht wird, und ich weit genug zurickgehen kann, um einige Beiträge zu liefern, so gehe ich gern darauf ein. Es werden also mehr die Eindriicke seyn, die ich empfangen habe und die Lebens- erfahrungen, die sich darauf gründen, vorzüglich aber die Bildungsgeschichte, die ich ins Auge zu fassen habe, als eine chronologische Vollständigkeit meines Lebens- laufes in Bezug auf Staat und Familie. Hieran kann,
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