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Ausführliche Abhandlung von denen Bauergütern in Teutschland sowohl überhaupt als auch drey und fünfzig unterschiedene Arten derselben insonderheit alles aus ächten Teutschen Alterthümern und Urkunden, auch neuen Landesordnungen und Leyhbriefen erläutert und bestärket. / Friedrich Carl von Buri, weiland hochfürstl. Hessen-Darmstädtischen wirklichen geheimen Raths ; mit einer Vorrede von D. Franz Just. Kortholt und D. Justus Friedrich Runde
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Seite
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Und zum andern ſo iſt in ſo vielen tauſend Schenkungen der Guͤter nebs denen zugehoͤrigen Bauern an die Kirchen nicht das geringſte anzutreffen, daß die Schenkenden bey der Uebergabe, die vorher ungemeſſene Dienſte der Bauern auf etwas gewiſſes ſollten geſetzet haben, ſondern es iſt viel⸗ mehr zu glauben, daß ſolche Bauern mit eben denen Rechten, welche die vorige Herren uͤber ſie gehabt, an die Kirchen geſchenkt worden. Und iſt auch ſolches in ſehr vielen Urkunden zum Ueberfluß beygefuͤget, z. E. In der Uebergabe de A. 1100. bey Herr Sebannat in Lindem. litterar. Coll. X p. 5§. ſtehet: Familiæ autem idem jus, quod ſub me habebat, in- violatum permanear. Und in einer andern de A. 1109. ibid. p. 6 5: Omnia- que mancipia noſtra cum omnibus julticiis& rationibus talique ſer- vitutis lege, quali nos hactenus ſine aliqua contradictione poſſedi- mus&c. Daß aber die Kirchen hernach ſelber die Dienſte auf etwas gewiſſes ſollten geſetzt haben, iſt um deswillen nicht wahrſcheinlich, weil ſie alsdenn in der Eintheilung der Dienſte unter ihre Bauern wenigſtens einige Gleichheit wuͤrden in Acht genommen haben, einer uͤberhaupt aber ſolche allgemeine Freygebigkeit der Kirchen oder Geiſtlichen nicht wohl zu vermuthen iſt. Doch leugne ich deswegen nicht, daß bisweilen die Schen⸗ kende ihren Knechten gewiſſe Rechte ausbedungen, z. E. In einer Ueber⸗ gabe de A. 110§. ap. Sbannat c. 1. p. 67. heiſſet es: Et novem mancipia, quibus omnem juſtitiam& rationem& talem ſervitutis legem, qua- lem Lurenſis habet familia pacti ſumus. Hievon iſt aber keine Regel zu machen. 3 Da alſo nun die gemeſſene Dienſte bey denen Bauerguͤtern auch ſchon vor Alters eine ſo gewoͤhnliche Sache geweſen; ſo hat es das Anſe⸗ hen, weil die Vermuthung von dem, was am oͤfteſten geſchiehet, herge⸗ nommen wird, daß im Zweifel eher gemeſſene als ungemeſſene Dienſte

zu vermuthen ſeyn. Es iſt aber dawieder zu merken, weil, wie in der

vorigen Frage gezeiget, die Vermuthung immer wieder den Beſitzer der Bauerguͤter iſt, daß er uͤberhaupt nach dem Junkerhofe, wozu er ge⸗

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hoͤret, Frohnden muͤſſe, nun aber unter denen Frohnden alle diejenige Dien⸗ ſie, ſo zu der Landeshaushaltung des Hofes erfordert werden, begriffen ſind, wie die eben angefuͤhrte Urkunde aus dem Calmet lehret, auch da⸗ von an und vor ſich keine gewiſſe Tage ausgeſchloſſen ſind; So folget von

ſelber, daß der Bauer, welcher ſich beruft, daß bey ihm dieſer und jener

Dienſt nicht mit darunter zu verſtehen, oder er ſolche nur dieſen uder je

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