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Ausführliche Abhandlung von denen Bauergütern in Teutschland sowohl überhaupt als auch drey und fünfzig unterschiedene Arten derselben insonderheit alles aus ächten Teutschen Alterthümern und Urkunden, auch neuen Landesordnungen und Leyhbriefen erläutert und bestärket. / Friedrich Carl von Buri, weiland hochfürstl. Hessen-Darmstädtischen wirklichen geheimen Raths ; mit einer Vorrede von D. Franz Just. Kortholt und D. Justus Friedrich Runde
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hernach mehrere anzubefehlen, ja ſie von denen eingegebenen Guͤtern wie⸗ der weg zu nehmen, und zu Geſindedienſten auf dem Hofe zu brauchen. Als welches Recht die Teutſchen Herren ſo wohl wuͤrden gehabt haben, als wie vormals die Roͤmiſchen. 2) So haͤtten zu Tacui Zeiten die Herren bey denen Teutſchen nicht allein Recht gehabt ihre Knechte zu ſtra⸗ fen, ſondern auch ſogar umzubringen, wie vielmehr wuͤrden ſie al o be⸗ fugt geweſen ſeyn, ihnen allerley Dienſte nach Belieben aufzulegen. Daß aber der Herrn Gewalt in denen folgenden Zeiten enger eingeſchraͤnkt worden, wuͤrde niemand erweiſen koͤnnen. 3) Was in denen Bajuari⸗

ſchen und Allemanniſchen Geſetzen von der Beſtimmung der Dienſte ver⸗

ordnet ſey, ſolches betraͤfe nur die Kirchen, Bauern und Knechte, damit ſolche, als zu der Kirche geſtiftet, und dotales ſervi, nicht von denen Vor⸗ ſtehern der Kirchen, die nicht immer gleiches Sinnes wuͤrden geweſen ſeyn, ſondern der eine ſie hart der andere gelinde wuͤrde gehalten haben,

anz mitgenommen und ausgeſogen wuͤrden. Hingegen die üͤbrigen Herrn

aͤtten hierinnen viel unumſchraͤnktere Gewalt gehabt, und ſich ihrer Bauern Dienſte nach Belieben gebrauchen koͤnnen, wenn ſie ſolche nur ſo eingerichtet haͤtten, daß die Bauern auch die ihnen eingegebene Laͤnder dabey beſtellen koͤnnen. Es wird aber durch dieſe Einwuͤrfe meines Er⸗ achtens der Satz, daß die gemeſſenen Dienſte bey denen Teutſchen von Alters her gebraͤuchlich geweſen, noch nicht wiederleget. Denn 1) So hat freylich ein Herr das Recht, ſeinem Knecht alle moͤgliche Dienſte auf⸗ zulegen, und wird auch niemand ſolches denen Teutſchen Herrnuͤberhaupt ſtreitig machen. Dieſes aber hindert nicht, daß nicht ein Herr einen Ver⸗ trag mit ſeinem Knecht machen, nur gewiſſe Abgiften und Dienſte von ihm verlangen, und ſich wegen der uͤbrigen ſeines Rechts begeben koͤnnen, dergleichen in denen angefuͤhrten Exempeln geſchehen iſt. Folglich braucht es ²) nicht zu unterſuchen, wie weit vormals bey denen Teutſchen ein Herr uͤber ſeines Knechts Leben und Tod zu ſagen gehabt, und wie groß alſo ſeine Gewalt uͤber deſſen Dienſte muͤſſe geweſen ſeyn. Sondern es iſt genug, daß ſo viele Exempel vorhanden ſind, welche lehren, daß der Herr ſich bey Eingebung gewiſſer Laͤnder an ſeine Knechte begnuͤget, ih⸗ nen nur dieſe oder jene beſtimmte Dienſte aufzulegen, und ſich wegen der uͤbrigen ſeines Rechts zu begeben. 3) So iſt einestheils dieſe Beſtim⸗ mung der Dienſte nicht allein bey denen, denen Kirchen zugehoͤrigen, ſon⸗ dern auch bey denen Herrſchaftlichen und andern Bauern anzutreffen.

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