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Ausführliche Abhandlung von denen Bauergütern in Teutschland sowohl überhaupt als auch drey und fünfzig unterschiedene Arten derselben insonderheit alles aus ächten Teutschen Alterthümern und Urkunden, auch neuen Landesordnungen und Leyhbriefen erläutert und bestärket. / Friedrich Carl von Buri, weiland hochfürstl. Hessen-Darmstädtischen wirklichen geheimen Raths ; mit einer Vorrede von D. Franz Just. Kortholt und D. Justus Friedrich Runde
Entstehung
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insgemein mit nichts als dem Beyfall anderer mitirrenden, und etwa die⸗ ſem oder jenem Exempel, wo der angebliche Grund und die Leiſtung der Dienſte von ungefehr zuſammen getroffen, erwieſen ſinod.

Wir haben bereits bey der vorigen Frage angefuͤhret, daß die Knechte oder Bauern als Pertinenz eines Guts angeſehen worden, und alſo de⸗ ren Dienſte und Abgiften auch nothwendig demjenigen zu Nutzen kom⸗ men muͤſſen, der das Gut beſeſſen. Ferner ſo haben wir eben daſelbſt an⸗ gemerkt, daß die Gerichtbarkeit mit der Herrſchaft, oder dem Eigenthum uber die Bauern und deren Guter nicht an und vor ſich verknuͤpft gewe⸗ ſen, und daß folglich die Bauern den Richter nicht weiter angegangen, als daß er ihre Verbrechen beſtraft, und ihre Streitigkeiten entſchieden,

mit ihren Abgiften und Dienſten aber nichts zu thun gehabt. Weil aber

die Edelleute an ſehr vielen Orten die Gerichtbarkeit bey ihren Guͤtern und uͤber die dazu gehoͤrige Bauern erlanget, folglich die Herrſchaftliche Gewalt, und die Gerichtbarkeit in ſolchem Fall verknuͤpft worden; ſo iſt es zwar leicht zu begreifen, woher es kommen, daß an ſo vielen Orten die erichtbarkeit, und das Recht die Frohnden zu fordern zuſammen ver⸗ bunden ſind, und man alſo deſto leichter auf die Gedanken gerathen koͤn⸗ nen, daß die Dienſte als Fruͤchte der Gerichtbarkeit anzuſehen waͤren, wo⸗ von Herr Strube in Comment. de Nure I illic. Cap. V. g. 14. einige merk⸗ wuͤrdige Zeugniſſe beybringet. Allein woher es ruͤhre, daß bisweilen der Gutsherr nur den Zinß und dergleichen empfaͤngt, dem Gerichtsherrn hingegen die Frohnden geleiſtet werden, wie ſolches in denen gemeldeten Zeugniſſen ebenfalls angefuhret wird, ſolches iſt etwas ſchwerer zu eroͤr⸗ tern, und ſcheinet dem obigen allen zu wiederſprechen, weil nicht wohl zu begreiffen ſtehet, wie der Gerichtsherr, wenn er nichts mit denen Dien⸗ ſten zu thun gehabt, ſolche dennoch an unterſchiedenen Orten hergebracht und den Eigenthums⸗ oder Gutsherrn davon ausgeſchloſſen habe. Mei⸗ ne Muthmaſſung iſt, daß ſolches vor nichts gewoͤhnliches zu halten ſey, und woraus man eine Regel zu machen habe, ſondern daß beſondere vor⸗ hergegangene Vertraͤge hiezu Anlaß gegeben haben. Da z. E. entweder der Gerichtsherr, der zugleich Gutsherr geweſen, einige von ſeinen Bauerguͤtern an einen andern verkauft oder ſonſten veraͤuſſert, bey Erb⸗ theilungen ihm ſolche uͤberlaſſen, oder ihm auch wohl eine gewiſſe jaͤhrliche Guͤlte darauf angewieſen, ꝛc. Weil er aber ſein adeliches eigenes Gut, wohin die Bauern frohnen muͤſſen, behalken ſo ſind auch die Frohnden 1 von