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welches denn anfaͤnglich durch die Lehren der Geiſtlichen, welche die Dienſt⸗
barkeitldemChriſtenthum zuwieder hielten, ſehr befoͤrdert worden. Es laͤſſet ſich auch dasjenige, ſo der Herr G. R. Boͤhmer von denen Freylaſſun⸗ gen angefuͤhret, in ſofern es unſer Meinung zuwieder ſeyn moͤchte, leicht beantworten und mit derſelbigen vereinigen. Denn es hat zwar ſeine Rich⸗ tigkeit, daß bey der Freylaſſung insgemein denen Freygelaſſenen eine voͤlli⸗ ge Freyheit, zu gehen wohin ſie wollten, ertheilet, wie z. E. in der Urkunde de A. 1112. ap. Haluz. T. II. p. 946. Ut deinceps cum omni fructu ſuo licentia liberali donatus, in quamlibet partem mundi eat, nee cuiquam ſucceſſorum noſtrorum eum ab arbitrio ſuo revocare liceat. Wie auch, daß ſie insbeſondere von aller freygelaſſenen Pflicht und Dienſtbar⸗ keit befreyet worden, wie in der WWid. 22⁄. befindlichen Formul. Et nulli heredum ac proheredum meorum nullum impendat ſervitium nec Üibertinitatis. Oder wie es p. 424 heiſſet: Nulli heredum ac pro- heredum noſtrorum vel cuique ſervitium umpendas, nec libertinita- tis obſequium debeas. Allein eines theils, ſo folget es noch nicht, daß, weil die Freygelaſſene die Erlaubniß gehabt, zu gehen wohin ſie wollten, ſie auch allezeit nothwendig weggehen und ihre vorher beſeſſene Aecker verlaſ⸗ ſen muͤſſen. Und zum andern, ſo laͤſſet ſich nicht undeutlich aus eben die⸗ ſen Formuln ſchlieſſen, daß wenn die Freygelaſſene nicht, wie allhie aus⸗ druͤcklich davon befreyet worden, ſie annoch zu einiger Dienſtbarkeit und einem gewiſſen Gehorſam ihrem vorigen Herrn verbunden geweſen. Wel⸗ ches alles denn durch die von Herr Potgieſer cit. tr. p. 796. nov. edit. aus dem Mabillon Lib. I71. de le Diplom. n. 62. angefuͤhrten Stelle eines ge⸗ wiſſen von Carolo M. A. 805. bekraͤftigten Teſtaments beſtaͤrket wird.
Colonicas, terras& vineas dominicales, quem jocos ſerator noſter in ceſſione,& Opilonicus usque nunc in beneficium habuit, quem de Siguberga conquiſivimus, volo ut ipſe per teſtamentum noſtrum hi- bertus fiat,& ihſas Colonicas ſuh nomine lihertinitatis babeat—& ſi ipſe
de ipſo Monaſterio ſicut libertus ſe abſtrahere voluerit, in priſtino fer-
vitio revertatur. Hiezu kommt noch, daß die Freylaſſungen eines gan⸗
zen Orts doch nicht voͤllig ungewoͤhnlich in Teutſchland geweſen, ob gleich
von vielen die Nachricht noch verborgen, oder verlohren gegangen. Denn
auſſer dem obigen Luͤneburgiſchen Exempel fuͤhret Herr Itrube Comu. de
Tallicor. Jure Cap. 1. S. edit. von Ottone Grafen von der Hoye an, daß
er A. 1413. alle in dem Flecken Bucken befindliche Leibeigene frey gegeben:
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