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Ausführliche Abhandlung von denen Bauergütern in Teutschland sowohl überhaupt als auch drey und fünfzig unterschiedene Arten derselben insonderheit alles aus ächten Teutschen Alterthümern und Urkunden, auch neuen Landesordnungen und Leyhbriefen erläutert und bestärket. / Friedrich Carl von Buri, weiland hochfürstl. Hessen-Darmstädtischen wirklichen geheimen Raths ; mit einer Vorrede von D. Franz Just. Kortholt und D. Justus Friedrich Runde
Entstehung
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daß nach dem Zeugniß der Italiaͤniſchen Rechtslehrer der Affictualis ein gewiſſes dingliches Recht auf das verpachtete Gut bekommt, daß er alle Beſchwerden davon tragen muß, daß er faſt in allem mit dem Roͤmiſchen Emphyteuta verglichen wird u. w. d. m. ſo ſiehet man wohl, daß ein Affi- Kuals etwas vor einem bloſſen Pachter voraus haben muß. Leiſer c. l. u. 12. fuͤhret folgende Beſchreibung an, wobey er ſich auf Janum e. l. beziehet: Der Affetus ſey ein Contract, da vor einen geringen Antheil Fruͤchte je⸗ manden auf ſeine Gefahr und Koſten der Gebrauch eines Guts per aver- ſionem auf ſolche Art ertheilet werde, daß beyden der Beſitz und das Recht, den jedem Kraft des Vertrags gehoͤrigen Antheil Fruͤchte zu per- cipiren, zukomme. Welche Beſchreibung er auf dieſe Art zu erlaͤutern ſucht. Der Name Affictus zeige hier ſelber einen Contractum per aver- fionem an, indem ſolcher ſowohl im Italiaͤniſchen als Lateiniſchen von frmus und fixus herkaͤme, daß, obgleich der Pachter mehr oder weniger Nutzungen, als wie ſonſten der Eigenthuͤmer aus der verliehenen Sache ziehe; ſo waͤre er deswegen doch nicht ſchuldig, dem Affietanti einen groͤſ⸗ ſern Pacht, als wie abgeredet zu geben, noch berechtiget, ihm davon etwas abzuziehen, gleichwie es auch keiner Parthey erlaubet waͤre, wider der andern Willen von dem Vertrag abzugehen, ſondern das einmal abge⸗ redete muͤſſe firmum fixunique bleiben, weil hier wie bey der Emphyteuſi beyde Partheyen, ohne auf die Groͤſſe der Fruͤchte und Einkuͤnfte zu ſe⸗ hen(averſi à fructum& redituum quantitate) ſchienen contrahirt zu haben. Auch koͤnne ferner aus dem Namen Affictus geſchloſſen werden, daß der Pachter durch die Uebergabe ein Analogum dominio urili erlange, denn gleichwie die Emphyteulis ihren Namen daher habe, daß der Em. phyteuta ein eingepflanztes oder eingewurzeltes Recht(jus radicatum) auf die Emphyteuſin bekomme; ſo duͤrfe man ſich nicht verwundern, wenn affictus oder affictatio deswegen ſo genannt worden, weil der Affctualis ein jus rei affictatæ afſixum& quaſi annexum habe. Ohne mich nun bey der Wiederlegung die er Stoiſchen Ableitungen oder vielmehr dieſes Wort⸗ ſpiels ſowohl bey dem Athetu als der Emphyteufi aufzuhalten; ſo glaube ich, was die Sache ſelbſt anbetrift, erſtlich nicht, daß es eine Nothwen⸗ digkeit ſey, daß bey dieſem Contract ein gewiſſer Antheil Fruͤchte vor den jaͤhrlichen Pacht muͤſſe gegeben werden, vielweniger, daß der Eigenthuͤmer ſeinen Theil Fruͤchte ſelber percipire. Denn dem erſtern wiederſtehet,

daß lickus, wie wir gleich ſehen werden, uͤberhaupt einen jeglichen hhein

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