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Ausführliche Abhandlung von denen Bauergütern in Teutschland sowohl überhaupt als auch drey und fünfzig unterschiedene Arten derselben insonderheit alles aus ächten Teutschen Alterthümern und Urkunden, auch neuen Landesordnungen und Leyhbriefen erläutert und bestärket. / Friedrich Carl von Buri, weiland hochfürstl. Hessen-Darmstädtischen wirklichen geheimen Raths ; mit einer Vorrede von D. Franz Just. Kortholt und D. Justus Friedrich Runde
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ſten aber vor ſich gewohnet; oder daß ſie zwar wuͤrklich die terras abſas in⸗ nen gehabt, und ſolche bewohnet, im uͤbrigen doch aber die davon kommen⸗ de Nutzungen ihren Herrn liefern und berechnen muͤſſen. Denn in beyden Faͤllen hat es ſeine Richtigkeit, daß die terræ abſæ ihnen nicht zugehoͤret, und ſie alſo ſine manſis geweſen. Weswegen ſie auch eben daſelbſt Kraft der Ueberſchrift, welche dieſe iſt: A homines, qui attinent curiæ, zu dem Hof⸗ geſinde gerechnet werden. 3) So iſt es ſehr merkwuͤrdig, daß, da in dem Pohyptico Monaſt. Foſſat in Aphend. Mlor. Jet. ap. Baluz Tom. II. p. 137. ſeqg. von allen uͤbrigen manſis die Spann⸗ und Handdienſte nebſt denen andern darauf haftenden Laſten ſehr genau angegeben werden, von denen abſis nichts angefuͤhret wird, ohne Zweifel deswegen, weil ſolche als Herr⸗ ſchaftliche Aecker keinen Abgiften und Dienſten unterworfen geweſen. Habet in ferrarias, heiſſet es, manſos carroperarios 16, manoperarios 4, manent ibi homines 50. Habet ibi duos manſos abſos. Solvunt ve- ſtiti manſi&c. Ein gleiches bemerket man auch in dem cit. Kegiſtro Pru- mienſi cap. 51.. 493. Eſt ibi manſus dimidius. abſus, qui nibil ſervit. Und cap. 79. in gloſſ. Cæſar. Sunt in Gunnesdorpht ſimiliter cum terra do- minicata manſi VII., quæ adbuc ſunt ahſa. Hiewieder ſtreitet nicht, daß gleichwohl, laut einiger Urkunden die Abſarii zu gewiſſen Abgiften ver⸗ dunden geweſen. So heiſſet es z. E. in der beruͤchtigten Conſtiturione de Ex- peditione Romana. Manſionarius quinque ſolidos, ahſarius triginta de- narios, Bunajarius quindecim. Zabul. Bellilocenſe in Lemovic. u. 95. ap. du Freſne b. v. De terris vero abſis, ſi homo aliquid fecerit, Judex re- eipiat quod exierit;& ſi cenſum ſolvere noluerit, in Vicariis recipiant, & ſi reddere noluerit cenſum&. Denn es erhellet aus dem, was wir eben aus dem regiſtro Prumienſi angefuͤhret haben, daß die abſarii oder abſi homines ihre Dienſte und andere Laſten nicht deswegen leiſten und tragen muͤſſen, weil ſie gewiſſe Laͤnder, worauf ſolche gehaftet, beſeſſen, indem ausdruͤcklich daſelbſt geſaget wird, quod ſine manſis ſint, ſondern daß ſolche in anderer Abſicht von ihnen muͤſſe verrichtet und gegeben wor⸗ den ſeyn. Die Stelle aus dem Tabul. Belllocenſi wuͤrde ohne Zweifel an ſtatt unſerm Satz zu wiederſprechen ſolchen noch mehr beſtaͤrken, wenn ich ſolche in ihrem Zuſammenhang haͤtte nachſehen koͤnnen. Wenigſtens erhellet ſchon ſo viel daraus, daß die terræ ablæ von denen Vicariis ver⸗ waltet worden. Die Vicarii aber waren bey eben dieſer Abtey Bellilocus gewiſſe angeſehene und einigermaſſen freye Knechte, welche auf dener

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