VDorrede.
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ſchraͤnkten; und deſſen richtigen Verſtand und heutige Anwendung faſt immer nur auf ihr eigenes und anderer Rechtsgelehrten Anſehen ſtuͤtzten; ſo ſuchte ſich Buri dagegen mit Huͤlfe der Geſchichte uͤberall Licht zu ver⸗ ſchaffen, und war damit ſo gluͤcklich, daß er das dunkle Chaos verwor⸗ rener und wider einander laufender Meynungen der Rechtsgelehrten mit allgemeinem Beyfall aufzuklaͤren, und mit einleuchtenden Gruͤnden zu wuͤrdigen vermogte. Er genoß hierbey freylich den groſſen Vortheil, welchen jene Maͤnner hatten entbehren muͤſſen, daß er die europaͤiſche Geſchichte uͤberhaupt, und unſere deutſche inſonderheit ſchon weit beſſer bearbeitet fand, daß er von mehreren aus den Archiven hervorgezogenen Urkunden, und andern gereinigtern hiſtoriſchen Quellen Gebrauch ma⸗ chen konnte, und daß er ſchon viele Muſter von gluͤcklicher Anwendung dieſer Huͤlfsmittel auf einzelne Materien des Lehnrechts, und eine groſſe Menge hin und wieder durch Huͤlfe der Geſchichte fuͤrs Lehnrecht gemachte Entoeckungen vor ſich fand. Auch hatte er uͤberdem noch in den Geſchaͤf⸗ ten ſeiner mit Ruhm bekleideten Aemter() eine ſo lehrreiche Schule, welche ihm zu practiſcher Kenntniß der aͤchten Grundſaͤtzen des deutſchen
Lehnrechts die beſte Anleitung gab.
Indeſſen konnte es doch nicht fehlen, daß bey der in der Folge im⸗ mer beſſer bearbeiteten Geſchichte noch mehrere neue Entdeckungen ge⸗
macht werden muſten, welche zu weiterer Ausbeſſerung und Vervoll⸗ kom⸗
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(*) Die vollſtändigſte Nachricht von dem Leben und Schriften deſſelben giebt Herr Strieder in ſeiner Geſchichte der Heßiſchen Gelehrten und Schriftſteller, Th·
2. S. 78. folg⸗


