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NEw Kreüterbuch in welchem nit allein die gantz histori das ist namen gestalt statt vnd zeit der wachsung natur krafft vnd würckung des meysten theyls der Kreüter so in Teütschen vnnd andern Landen wachsen mit dem besten vleiß beschriben sonder auch aller derselben wurtzel stengel bletter blumen samen frücht vnd in summa die gantze gestalt allso artlich vnd kunstlich abgebildet vnd contrafayt ist ... / Durch den hochgelerten Leonhart Fuchsen ...
Entstehung
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B n

Von Chamander. Cap. CCCXXXvV.

B Geſchlecht. Des Chamanders ſeind fürnemlich vier geſchlecht. Das erſt haben wir

klein Bathengel mennle genent/ vnnd iſt das recht Chamædrys/ das ſich gantz vnnd gar auff die beſchꝛeibung der allten reimbt. Das ander geſchlecht haben wir klein Bathengel weible geheyſſen. Das dꝛitt Erdtweyrauch. Das vierdt

Gamenderlin oder Blawmenderlin. Diſe vier gewechß ſeind one zweifel ge⸗ ſchlecht des Chamanders. An dem erſten iſt kein zweifel/ dann es würdt in al⸗

len Apotecken darfür gebꝛaucht. Das annder reucht ſeer wol/ vnnd iſt auch ein recht Chamander/ dañ Plinius am ir. bůch am x. cap. ſchꝛeibt/ das es einen gůͦ ten geruch haben ſol. Die letzſten 3zwey werden auch billich darunder gezogen/

dieweil ſie ſich ſonſt vnder kein Capitel baß/ dañ eben vnder das gegenwertig/

reimen woͤllen. ear.

Das erſt geſchlecht iſt ein ſteudlin vngeuaͤrlich anderhalb ſpañen hoch/ hat vil dünner ruͤtlin mit jhꝛen kleinen blettlin gezieret/ ye zwey gegen einander zer⸗ kerfft/ dem Eychen laub ſeer aͤnlich/ vnd am geſchmack bitter. Gewindt bꝛau⸗

ne bluͤmlin in der hoͤhe auff vnnd auff/ wie ein aͤher geſtalt. So die abfallen/

bꝛingt es in den heüßlin kleinen runden ſchwartzen ſamen. Die wurtzel iſt düñ/

C klein vnd weiß/ kreucht vnd fladert hin vnnd her im grund. Das ander ge⸗ ſchlecht hat einen treffenlichen gůten geruch/ iſt mit den blůmen/ welche auß den

heüßlin wachſen/ dem erſten gantz aͤnlich. Die bletter ſeind auch dem Eychen laub gleich/ aber kreützweiß zerhawen vnd zerſpallten/ vnd wie Wermut blett⸗ lin anzůſehen/ doch kleiner vnnd ſchoͤner. Die wurtzel iſt ettwas dicker/ kreucht aber auch hin vnnd her mit jhꝛen zaſeln. Das diitt geſchlecht iſt ein ſeer lieb⸗ lichs gewechß/ hat einen ſtengel oder dꝛey/ die ſeind rund/ harig/ vnd vngeuaͤr⸗ lich ſpannen lang. Die blettlin an den ſtengeln ſeind ettwas lenger vnd ſpitziger dann der anndern geſchlecht/ doch auch ringßvmbher zerkerfft wie ein ſaͤg. Es gewindt ſeine gantz ſchoͤne blawe holtſelige geaͤherte blůͤmlin nit am oͤber⸗ ſten teyl oder gipffel der ſtengel/ ſonnder den ſeiten/ wie das erſt geſchlecht. Die würtzelin ſeind zaſecht vnd dünn. Das vierdt geſchlecht vnd aller ge⸗ meineſt/ iſt dem nechſten mit wurtzel/ ſtengel/ blettlin vnnd bluͤmlin ſeer gleich: doch ſeind die blettlin ettwas groͤſſer vnnd bꝛeyter/ die bluͤmlin ſeind nit gar blaw/ noch geaͤhert wie an dem dꝛitten. Bꝛingt ſeinen ſamen inn zwefen taͤſch⸗ lin/ gleich wie Eerenbꝛeiß.

Statt irer wachſung.

8.

Das erſt vnd aller beſte Chamander geſchlecht wechßt auff den bergen vn⸗ der den ſtauden/ etwan an den ſteinigen rheynen/ als vmb Rotenburg am Ne⸗ cker auff dem alten ſchloßberg/ vnnd an den rheynen neben dem Necker/ do es mit hauffen gefunden würdt. Das ander wechßt gern an ſteinechten oꝛten. Das dꝛitt vnd vierdt in wi⸗ ſen vnd graßgaͤrten allenthalben. Zeit. Daas erſt vnd ander geſchlecht blüen fürnemlich im Bꝛachmonat Hew⸗ monat. Die andern zwey im anfang des Meypen. b Die natur vnd complexion.

Die erſten zwey ſeind warm vnd trucken im dꝛitten grad. Die letzſten zwey ſeind auch gleicher natur/ doch nit ſo hoch im grad der werme vnd trückne als die erſten zwey. b 8