. Voꝛred.
diß mein Lateiniſch Kreüterbuch in das Teütſch zuͦbꝛingen/ vnd volgends mit
ʒůͦ thůn der warhafftigen vñ lebendigen abbildung vnd figuren der kreüter/ in truck laſſen außgeen/ das ich dañ auff vilfeltig jhꝛ anſuchen hab gethon/ vnnd ſoͤlchs auß keiner andern vꝛſachen/ dañ das mich für gůt vñ nützlich angeſehen/ das die kreüter nit allein von den aͤrtzten/ ſonder auch von den Leyen vnd dem gemeinen mañ in gaͤrten hin vnd wider pleiſſig gepflantʒt vñ aufferzogen wer⸗ den/ darmit derſelben erkantnuß in Teütſchen landen dermaſſen taͤglich wachs
vnd zůneme/ das ſie nim̃er in vergeſſung moͤge geſtelt werden. Das hab ich für
nemlich hie darumb woͤllen anzeygen/ darmit nit die vnuerſtendigen moͤchten meynen/ das ich derhalben mein Kreüterbuch hette woͤllen inn die Teütſchen ſpꝛaach bꝛingen/ damit auch der gemein mañ kündte jhm ſelbert in der not artz⸗
ney geben/ vnd allerley kranckheyt heylen. Dañ mir wol bewüßt/ das vil mehꝛ
zů einem rechtgeſchaffnen artzt gehoͤꝛt/ dañ allein kreüter vnd derſelbigen wür⸗ ckung erkennen vnd wiſſen. Darumb ob ſchon einer vil kreüter kent/ ſo würdt er danneſt noch lang kein artzt ſein/ ſonder er můß auch andꝛe ding die zů einem
volkom̃en artzt gehoͤꝛen/ wiſſen vñ gelernt haben. Es ſol aber auch niemands derhalben vnderlaſſen diſe edle creatur Gottes zů erlernen/ ob ſchon jhꝛe erkant
nuß keinen volkom̃en artzet macht. In dem Teütſchen aber hab ich mich in ſon derheyt befliſſen/ das die ding ſo dem gemeine mañ zů wiſſen nit dienſtlich noch noͤtig ſeind/ würden außgelaſſen vnd über chꝛitten. Hergegen hab ich die beſchꝛeibung der geſtalt aller kreüter vil voͤlliger gemacht/ vnd baß herauß ge⸗ ſtrichen/ dañ voꝛmals im Latein geſchehen/ darmit dieſelbigen menigklich der⸗ maſſen würden jngebildet/ das ſie fürhin nimer in einigerley vergeſſen kom̃en
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Vnd darmiti damit dißmein new Kreüterbůch dermaſſen an tag keme/ das es dem gemeinen mañ zů der erkantnuß der kreüter moͤchte nützlich vnd fuͤglich ſein. Nachdem vnd ich mich aber lange zeit bedacht/ aller gnedigſte Fraw/ wem ich ſoͤlch mein New Kreüterbůch moͤchte am aller fuͤglichſten zůſchꝛeiben/ hab ich nach ſoͤl⸗ chem langen bedacht niemands geſunden dem ichs billicher zůſchꝛeibe dann ewer Koͤniglichen Maieſtat/ vnnd das auß folgenden vꝛſachen. Erſtlich das diß mein Kreüterbůch ſo vnder ewer Koͤniglichen Maieſtat ſchutz vnd namen
außgeet/ bey yederman deſt mehꝛ vnd groͤſſer anſehen hette/ dieweil offenbar
vnd meniglich bewüßt/ das diſer zeit vnder allen Koͤnigin kheine von hoͤherm ſtamen geboꝛn/ vnnd mit mehꝛen vnnd hoͤhern Koͤniglichen tugenden dann ewer Koͤnigliche Maieſtat/ begabt iſt: das on zweifel ein yeder ſo zuͤ leſtern vnd zů ſchmehen ander leüt arbeyt geneygt iſt/ gegen ewer Koͤniglichen Maie⸗ ſtat namen ſich entſetzen würt/ vnd alſo ſeins leſterns abſteen. 3ůͦ dem andern/ das ich in keinen zweifel ſetz/ diß mein buch/ darinnen ſo vil kreüter auff das al⸗ ler künſtlichſt ſeind abgemalt/ vnnd mit hohem groſſen vleiß beſchꝛiben/ werde ewer Koͤniglichen Maieſtat ſeer angenem ſein/ dieweil ſich ewer Koͤnigliche Maieſtat offt darmit mag belüſtigen/ vnnd kurtzweilen/ nach dem exempel vi⸗ ler mechtiger Koͤnig vnnd Koͤnigin/ die ſich voꝛ zeiten des handels der kreüter mit ſonderm hohen vleiß vnd ernſt vndernom̃en haben/ wie das noch auff den heütigen tag vil kreüter/ ſo derſelbigen Koͤnig vnnd Koͤnigin namen behal⸗ ten haben/ klaͤrlich bezeugen. Dañ woher hat Entian/ die zů Latein Gentiana genent würt/ jren namen/ weder von der Sclauen oder Croatier Koͤnig Gen
tio überkom̃en? Alſo iſt das kraut ſo wir Weiderich heyſſen/ von Lyſimacho
der Ma
moͤchten. Dann wo die alten lerer/ der kreüter geſtalt an allen oꝛten hetten vleiſ⸗ ls abgemalet/ vñ mit woꝛten volkom̃enlich beſchꝛiben/ ſo weren vns auff den
eütigen tag vil kreüter bekant/ die allſo auß gemeiner erkantnuß kom̃en ſeind. ch die ſach kürtze/ ſo hab ich weder müe/ arbeyt noch koſt geſpart/


