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ergangen. Und weil sie dies alle ohne Ausnahme mit rühmenswerter Offenheit zugeben, deshalb ist für jeden denkenden Menschen meiner Meinung nach aus diesen Millionärs-Briefen allerlei zu lernen.
Verschiedene unserer Autobiographen geben in ihren Beschreibungen selbst gute Lehren. Fast jeder fühlt sich berufen, nachdem er nun einmal den Er- folg für sich hat, Regeln und Normen aufzustellen, für die wir dem Doktrinär vielleicht dankbar sein sollen. Aber guter Rat ist nicht immer teuer, manch- mal ist er sogar sehr billig, wenn er nämlich in ein paar Redensarten oder hingeworfenen Worten, wie: So habe ich es gemacht, mach' du es ebenso, oder dergleichen besteht. Möglich, daß manches wohl zu beherzigende Wort sich unter den Moralphrasen der hohen Herren Steuerzahler befindet. Aber das braucht man nicht zu überschätzen. Gute Ratschläge bekommt man schon, und diese sind auch nicht das, was man von den Herren verlangt. Wenn wir von ihnen etwas lernen wollen, so liegt dies auf anderem Gebiete.
Laß uns, geneigter Leser, aus den zehn Erzählun- gen den Kern schälen, ihn von dem Drum und Dran reinigen und ihn dann mit der Lupe, d. i. diesmal mit der Brille des Philosophen, genau untersuchen. Das Resultat dieser Untersuchung dürfte sich in fol- gende Leitsätze zusammenfassen lassen.(Wenn diese Sätze wie Gemeinplätze, lehrhaft oder lächerlich klingen, so ist das nicht meine Schuld— die Ge- danken stammen von den Millionären.)
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