108 ging es mit den Bohrungen auf Kali los. Aber schlieoß- lich fehlte uns sogar das Reisegeld zur Rückreise in die Heimat. Es war eine traurige Zeit. Ich habe als Handlanger auf Bauten, als Bote in einer Fabrik, ein paar Wochen sogar beim Hoftheater in Hannover aus- hilfsweise gearbeitet. Dazu hatte ich nun die Berg- schule besucht, hatte mein Examen als Steiger gemacht, und so schlecht ging es mir. Ich wollte mir soviel sparen, daß ich mit meiner Frau bis Dortmund kommen Konnte, dann hätte ich schon das Kichtige gefunden. Da traf ich einmal den jungen Mann, der für die verkrachte Braunkohlen-Gesellschaft die Bücher und Kasse geführt hatte und den ich damals gut kannte, auf der Straße. Er meinte, ob ich etwas vom Tief- bohrgeschäft verstünde, er suche einen tüchtigen Bohr- meister. Das war daas Kichtige für mich. Ich bekam eine Tiefbohrung zur Beaufsichtigung und zog nach dem Dorfe. Hier merkte ich denn bald, wie das Kali- fieber anfing um sich zu greifen. In dem Dorfe— wir nannten es Senfsaucenhagen, weil es im Wirtshaus fast feden Tag Kindfleisch mit Senfsauce gab— hatten die Bauern durch das Bohren schönes Geld verdient, und die Kalispekulanten hatten Hunderttausende ge- schlackt, denn sobald eine Bohrung fündig wurde, gab es„Hausse“ in den Anteilen, und man rib sich die Anteile zu Kolossalen Preisen aus den Händen. Unvergoßlich bleibt mir der Moment, wie ich an einem Nachmittag mal in Hannover war und mit meiner Frau
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Die Gerissenen oder: "Woher haben Sie Ihren Reichtum?" : zehn Antworten von Millionären, die mit nichts angefangen haben / gesammelt und herausgegeben von Hermann Blenhard
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