abgeſtanden werden. So könnt ihr denn in eurem üblichen Abendgebet den Himmel preiſen, daß er das ſchwere Gewitter, das über dem Haupte eures einzigen Sohnes und Bruders ſchwebte, glücklich abgeleitet hat. Freilich wird mein Name dick unterſtrichen im ſchwarzen Buche prangen und mit mehreren Kreuzen verſehen ſein. Aber ſchadet Nichts; auf eine Hand voll mehr oder weniger kommt es nicht an und ich kann immer noch den Zweck meines Daſeins erreichen, d. h. eine Pfarrſtelle mit gutem Einkommen für Frau und Kinder.“(Dieſer Exiſtenzzweck iſt freilich hinterdrein doch verfehlt worden. Schadet aber auch Nichts!)
Um der Gießener Bürgerſchaft einen Beweis unſrer auf⸗ richtigen Dankbarkeit für ihr freundlich loyales Verhalten gegen die inſurrectionelle Studenſchaft zu geben, projectirten wir ihr zu Ehren ein ſolennes Bankett im Buſch'ſchen Garten, wozu der Ge⸗ meinderath und die Notablen feierlichſt eingeladen werden ſollten. Aber der akademiſche Senat, dem unſre beiderſeitige entente cordialo nicht recht genehm zu ſein ſchien, fand die Demonſtration unpaſſend und verweigerte die erforderliche Erlaubniß. Statt deſſen richtete der Ausſchuß an Herrn H. Färber und Genoſſen folgendes Schreiben, deſſen durch einen eigenthümlichen Zufall in meine Hände zurück⸗ gelangtes Original mit den eigenhändigen Unterſchriften eben vor mir liegt.
„Hochzuverehrende Herren! Es hat ſich in Folge der letzten Vorfälle das Intereſſe der Bürgerſchaft für die Sache der Stu⸗ direnden in einer Weiſe bethätigt, welche uns zum größten Danke verpflichtet. Dieſen Dank ſprechen die Unterzeichneten im Namen der Studirenden hiermit öffentlich jedem Einzelnen der verehrten Betheiligten aus.
„Zugleich drücken wir den Wunſch und die Hoffnung aus, daß jenes freundliche Verhältniß zwiſchen Bürgern und Studirenden, welches ſich bei obigem Anlaſſe ſo erfreulich zu geſtalten ange⸗ fangen hat, ſich weiterbilden und fortwährend ungetrübt erhal⸗ ten möge..
„Wir müſſen ſehr bedauern, daß uns durch einen abſchlägigen Beſcheid unſerer akademiſchen Behörde die Gelegenheit genommen wurde, in anderer Weiſe unſren Dank auszudrücken, und hoffen, daß vielleicht ſpätere Zeit uns das Vergnügen und die Ehre eines feſtlichen Zuſammenſeins gewähren wird.“
Ergebenſt ꝛc.
R. Fendt, stud. theol.
G. Simon, stud. med.
L. Weyland, stud. jur.
Wilh. Buff, stud jur.
Fr. Küchler, stud. jur.
Kugler, stud. chem. Gaßner, stud. med. .Büchner, stud med. . W. Hempel, stud. chem.
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