Druckschrift 
Alte Hessische Glaubens-Lehr : In zwantzig Theologischen Gewissens-Fragen Vom Sontags-Feyer Nach Anleitung zweyer Fürstlichen Hessen-Darmstättischen Außschreiben und Edicten, Als eines, so ... Elisabetha Dorothea, Landgräfin zu Hessen .. Von besserer Feyer des Sontags, Anno 1687 den 1. Junii erneuert und publicirt, und alle Jahr auff den XVII. Sonntag nach Trinitatis von den Cantzeln abzulesen, gn. befohlen; Und des andern, welches ... Georg der II. Landgraff zu Hessen ... Von den also genanten garstigen Schabbaths-Mägden Anno 1639 ... außgeschrieben / Auffgesetzet von Kilian Rudrauffen ...
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen

Die vierte Frag.

Kir⸗ Fecleſ. dahin ziehen/ daß die Verordnung aller Feſttagen/ und alſo auch des nials Sonntaͤglichen Feyertags bloſſer Ding in der Macht der Kirchen ſtehe. Da ſſen/ ſie dann die Kuchen verſtehen/ welche den Apoſtoliſchen Zeiten gefolget/ Tag und der Apoſtoliſchen entgegen geſetzet ſeyn. Allein dieſer dritten Meynung/ dem velche wir nicht nur ohnbegröͤndet/ ſondern ſehr gefuͤhrlich und der Heili⸗ genen gung des Sabbaths gantz nachtheilig/ der Welt beſchaͤfftigen Sabbaths⸗ ſchen Schaͤndung aber foͤrderlich beſorgen/ wil gleich zu wider ſeyn und entgegen tinus ſtehen 1. weil dieſe Sonntaͤgliehe Feyer oder Sabbaths⸗Verordnung eine heol⸗ allgemeine Apoſtoliſche Catholiſche Satzung iſt/ welche durch die gantze ſſens⸗ Welt getrungen und bekant worden/ wo nur Chriſti Lehr und Nahmen frr. de angenommen. Dergleichen Ordnungen weder von Privat⸗Lehrern/ noch en ſey abſonderlichen Gemeinden/ noch auch/ wie einige meynen/ von den Keyſern wird/ koͤnnen gegeben und außgeſchrieben werden/ welches doch D. Hildebrand e daß nicht verſtatten wil p.8r. Apoſt. Satzung. Vors 2. Weil ſchon in der H. gfol⸗ Schrifft/ zu der Apoſtel Zeiten/ da die Apoſtel noch gelebet und zugegen ge⸗ Apoc weſen/ dieſes Tages des HErrn Meldung geſchehen/ an welchem die Chri⸗ 6.183, ſten zuſammen kommen/ und ihre Feyer gehalten/ Offenbahr. Joh. cap. I. 10, mO. Bp Sule, dr e G aals d2 i v A᷑&s εεακ dahin auch gezogen wird 1. Cor. mſten XVIi. daß auff jeden Sabbather einer/ ſolten die Allmoſen vor die Chriſten lehrt/ im Juͤdiſchen Lande hin und wieder geſamlet werden/ an dem Tag an wel⸗ nund chem die Chriſten zuſammen kommen/ als am Sonntag/ wie die Weinmar. intag Bibel hat. Und dann 3. Daß eine bloſſe Menſchliche Satzung ſo religios, r.0o⸗ andaͤchtig und gottſelig nicht/ und zwar wider die erſte Goͤttliche Einſa⸗ n/ di tzung/ were auffgenommnen/ und beſtaͤndig ohne eintzige Enderung von An⸗

8 der Chriſtlichen Kirchen/ biß hieher/ gehalten worden. Wie ſolche z. urſachen und Gruͤnde dieſer dritten Meynung entgegen ſetzet/ D. 72 Henr. Kir⸗ Hottingerus in ſeiner diaſcepſ. von dem Sabbath Diſp. z. p. 9.§. altera ſent. reyen 8.z. Gefaͤhrlich iſt dieſe dritte Meynung und nachtheilig wegen aller⸗ Tag hand gefaͤhrlichen Schluͤſſen und Gedancken/ und zwar ſelbſt der Goͤttli⸗ dieſe chen Hoheit/ Autoritaͤt und Majeſtaͤt des einigen und groſſen Geſetz⸗ 8 Gebers/ welcher/ wie Er alle Gebott und Moral⸗Geſetz wil heiligſt gehal⸗ ten/ und deswegen veneriret und geehret/ weil es ſein heiliger Will und ern⸗ ſer Befehl iſt/ alſo auch nicht wenſyit⸗ das/ was Er im dritten Gebott be⸗

fohlen/ ſ

ſo wil angeſehen haben/ daß es ſein Will/ ſein Ordnung und Gebott

iga⸗ ſty/ und nicht eines Menſchen/ nicht Menſchliche Verordnung und Sa⸗ tung. Sagt man nun/ der Chriſtliche Feyer⸗und Sabbath⸗Tag/ komm

'en Menſchicher Aurorunt ſgeher gac der Schuß/ und ſiwde de

8