Die erſte Frag. 3
glauben: Alſo haben wir alle Tag Pfingſten/ Wali wir das nelle Beſetz den. Geiſt in unſern Hertzen empfangen durch die Pre⸗
digt des Worts. Undeben dahin geyörtauch das/ was D. Luther von dieſem innerlichen geiſtlichen Sa
bath lehret in ſeinem groſſen Catechiſmo/ daß wir alle Tag Sabbath hielten/ wann wir Gottes Wort und den Ca⸗
techiſmus hoͤreten/ betrachteten und unſer Leben darnach anrichteten/ welches der rechte Sabbath ſey. Vors 6. der ewige himmliſche Sabbath/ da man ruhet von allem Elend/ Beſchwerde/ Jammer/ Truͤbſal/ Angſt/ en Noth und Todt/ in der ewigen Freud und Herꝛlichkeit/ daein Sabbath ber den andern/ und ewig ſeyn wird/ Eſa. XVI.23. da dann im dritten Ge⸗ ott und in unſerm Vorhaben der Wochentliche Feyer⸗Tag verſtanden viird/ davon in folgenden weiter zuhandeln.
444. So viel nun die Zweite und die mit eingeflochtene Dritte Frag betrifft/ ſo muͤſſen wir uns auff einer ſeiten huͤten vor dem Phariſaͤiſchen und
Papiuſche opere operato, dem aͤuſſerlichen Schein⸗Werck/ davon Chri⸗
ſagt Matth. XV.9. Vergeblich dienen ſie mir/ dieweil ſie lehren
des ſolche Lehr/ die nichts dann Menſchen Gebott ſind: und wider c Luc. XVII. 0. z1. das Reich GOttes kommt nicht mit aͤuſſerlichen
Geberden/ in aͤuſſerlichem Pracht und Ceremonien/ in Wallfahrten und en Monſtrantien und ſo weiter. Nicht in Judiſchen Opffern und Faſten/ und e dergleichen. Auff der ander Seiten vor der Schwaͤrmerey der Enthuſia⸗ ſien/ Widertaͤuffer/ QOuacker und dergleichen/ welchein Verwuͤſt⸗und Zer⸗
ſioͤrung des H. ordentlichen Predig⸗Ampts/ den offentlichen Gottes Dienſt gar vor nichts halten und gantz und gar verwerffen. Da doch GOtt in ſei⸗
nem Wort auch den aͤuſſerlichen Sabbath/ den aͤuſſerlichen/ doch rechten
wahren/ Gottes⸗Dienſt/ mit befohlen/ ſo daß wir unſere aͤuſſerliche Ver⸗ ſamlungen ſollen nach dem ExempelChriſtiund ſeiner Apoſtel anſtellen und
ordentlich halten/ in denſelben Gottes Wort leſen/ fleiſſig mercken und hoͤ⸗ ten/ heilige Haͤnde auffheben/ unſere Lippen auffthun zu GOttes Lob und
Ehr/ und zuErhaltung des lieben Predig⸗Ampts/ wie Lutherus redet/ unſern Sabbath nach dem dritten Gebott einrichten/ die Prediger/ ihre Lehr/ Troſt/ Erinnerung und Ermahnungen zualler Weißheit und Gottes Furcht/ doͤren und ehren/ weder die Verſamlung/ noch die Ubung des Predig⸗
Ampts/ weder ihr Wort noch Lehr/ vernichten und verwerffen. Beydes
mnuß hier beyeinander ſeyn/ das aͤuſſerliche und das innerliche/ das auſſer⸗ licche iſt wol nichts jafuͤr GOtt ein Greuel und Geſpott /ein Phariſaiſch ſuͤnd⸗
liches Werck/ wann das innerliche nichtabth iſt/ im dritten Gebott wird 12 4
beydes


