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Eigenschaften des Baumes.
Bei der Anzucht macht der Cellini dem Baumschulenbesitzer Freude. Er bildet schlanke Stämme von kräftigem Wuchs, und er läßt sich ohne starke Eingriffe auch in der Krone zu regel- mäßigen Formen leicht heranziehen. Er eignet sich zu allen Baumformen, und er wächst auf jeder Unterlage. Paradiesunterlage sollte man allerdings bei ihm nur für die kleinsten Formen wählen, damit nicht zu früh eine Erschöpfung in seinem Wachstum eintritt. Die Rinde des jungen Holzes ist rötlich und eigenartig punktiert.
Der Cellini begnügt sich mit allen Bodenverhältnissen, und er bringt sehr früh und regel- mäßig Massenerträge. Nur bleiben in geringem Boden und auf trockenerem Standort seine Früchte so klein und unansehnlich, daß sie keine Verkaufsware darstellen. Deshalb sollte man
ihm guten Boden zur Verfügung stellen, um bei seiner außerordentlichen Fruchtbarkeit vollwertige Früchte zu ernten; dann kann man an den reich mit großen Früchten beladenen Bäumen seine Freude haben.
Seine Krone hat eine hochkugelige Gestalt mit reich verzweigten Asten. Mit zunehmendem Alter werden die Aste von der Last ihrer Früchte heruntergezogen und die ursprüngliche Eigen- art des Wuchses geht dadurch verloren. Das läßt sich an dem Bilde auf der Beilage erkennen, das nach einem Baume in der Landesheilanstalt zu Altscherbitz bei Schkeuditz hergestellt wurde. Das erste Textbild zeigt den reichen Blütenansatz einiger im Provinzialobstgarten zu Diemitz vorhandenen Pyramiden. Das zweite Textbild stellt einen Baum dieser Sorte in der Großherzog- lichen Hofgärtnerei zu Baden-Baden dar.
Der kräftige Wuchs der Sorte läßt sehr bald nach. Deshalb ist ein Verjüngen des Baumes geboten, um neuen Trieb und größere Früchte zu erzielen.


