schmale Straßen ist er zu breitwüchsig und erfordert wiederholtes Aufästen, damit die Fahrbahn frei gehalten wird. Er verträgt sonst den freien Standort an Straßen recht gut, sobald der Boden nicht zu trocken ist. Die Früchte trotzen dem Sturm.
Im Text ist das Bild eines jüngeren Halberstädter Jungfernapfels von einer Straßenpflanzung bei Aschersleben wiedergegeben.
Die Tragbarkeit beginnt nicht sehr früh, ist, sobald sie einsetzt, aber reich und regelmäßig. Im trockenen Diemitzer Boden gehört der Halberstädter Jungfernapfel zu den tragbarsten Sorten, und das zeugt für seine Anspruchslosigkeit an die Bodenverhältnisse. Es soll aber nicht ver-— schwiegen werden, daß feuchtere Bodenverhältnisse ihm mehr zusagen und auch geboten werden müssen, wenn er solchen Umfang, wie der abgebildete alte, schöne Baum annehmen soll. Unsere Mitarbeiter aus der Magdeburger Gegend klagen darüber, daß er im Alter im Trieb und in der Tragbarkeit nachlasse, und daß auch die Belaubung in ihrer Entwicklung zurückginge. Er ist ausschließlich zur Hoch- und Halbhochstammkultur zu verwenden. Der Aufwand an Zeit und Arbeit, den Spaliere und andere Zwergformen erfordern, macht sich nicht bezahlt, weil die Früchte dafür nicht wertvoll genug sind.
Sein Anbaugebiet ist eng begrenzt, es ist auch fraglich, ob es sich sehr erweitern läßt, weil die bisher ausgeführten Versuchspflanzungen in anderen Gegenden dafür wenig Anhalt bieten. Um so mehr sollte man ihn da ausnützen, wo er sich bewährt hat, also unter solchen Verhältnissen, wie sie die Ausläufer des Harzes bieten.
Die Fruchtholzbildung ist lang, die Blüte beginnt ziemlich spät und dauert lange, sie ist nicht empfindlich gegen ungünstige Witterungsverhältnisse.
Schlechte Eigenschaften.
In trockenen Bodenverhältnissen leidet der Halberstädter Jungfernapfel an Spitzendürre. Vom Rheingau her wird darüber geklagt, daß die Früchte zu ungleichmäßig bleiben und viel Ausfall geben. Das warme rheinische Klima scheint ihm nicht zuzusagen.


