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Der Herbst-Kalvill verlangt guten Boden, sonst bleibt er in der Entwicklung kümmerlich. Er wird von allen tierischen und pflanzlichen Obstbaumfeinden derart heimgesucht, daß man unter dem Kampf gegen all' diese Schädiger verzagen möchte. Nur aus Westfalen und Thüringen wird berichtet, daß er in Höhenlagen von Krankheiten fast frei bleibe, trotzdem aber auch dort nur eine Liebhabersorte und keine Sorte zum Großanbau sei. Er stellt ziemlich bedeutende An- sprüche an den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens. Aueboden, der mitunter den Ueberschwemmungen ausgesetzt ist, sagt ihm besonders zu.
Die Blüte tritt mittelfrüh ein und dauert ziemlich lange. Seine Widerstandsfähigkeit in der Blüte wird besonders hervorgehoben. Sein großes Laub, das ihn auszeichnet, ist empfindlich und wird stark von Pilzen befallen.
Das Textbild ist nach einer photographischen Aufnahme eines Hochstammes in den J. C. Schmidtschen Obstanlagen in Erfurt hergestellt worden. Die Beilage verdanken wir dem freund- lichen Entgegenkommen des Herrn Baumschulenbesitzers Fetisch in Saalfeld.
Schlechte Eigenschaften.
Krebs und Mehltau, Monilia und Fusikladium werden von vielen unserer Mitarbeiter als die regelmäßigen Erscheinungen in den Anpflanzungen des Roten Herbst-Kalvills hervorgehoben. Blutlaus, Obstmade, Apfelwickler und was sonst an Feinden den Apfelbaum heimsucht, hat diese Sorte in Hülle und Fülle. Die Früchte bekommen vom Stiel aus oft Risse, ähnlich dem Bos- koop, die ihre Früchte am Baum faulen läßt. Auch über Spitzendürre wird geklagt. Die Sorte scheint an Altersschwäche zu leiden und ist deshalb mit Vorsicht und nur dort anzubauen, wo besondere Gründe für ihre Erhaltung obwalten.


