Die Abbildungen, welche nach Photographien aus den Freiherrlich von Friesenschen Obstanlagen in Rötha gefertigt sind, lassen den Wuchs der Sorte, welcher der italienischen Pappel ähnelt, deutlich erkennen. Die Zweige sind spröde. In seltenen Fällen wird man Hochstammpflanzungen von der Clairgeau antreffen. Die Früchte vom Hochstamm bleiben zu klein, um als Schau— früchte in den Handel gebracht zu werden, und nur die großen Früchte der Clairgeau haben Wert.
Der Baum muß wiederholt einen Rückschnitt erfahren, um sich einigermaßen zu verzweigen. Nach dem Rückschnitt treiben nur die oberen Augen aus.
Der Ansatz von Fruchtknospen ist überaus reichlich. Er führt oft zu einer frühzeitigen Erschöpfung des Holztriebes, sodaß ein starker Eingriff durch Verjüngen der Krone in Ver-— bindung mit einer gründlichen Nahrungszufuhr frühzeitig erfolgen muß. Der Baum behleidet sich sehr leicht mit kurzem Fruchtholz, das fast ohne Schnitt leicht in Stand zu halten ist. Besonders für kleine Formbäume, Spindelpyramiden und Schnurbäume ist die Clairgeau am geeignetsten. Aber selbst für diese ist die Quitte als Unterlage noch zu schwachwüchsig. Auch gehen die auf Quitte veredelten Stämme bald zugrunde. In kräftigem Boden sollte man die Zwischenveredlung anwenden. Freilich darf nicht verschwiegen werden, daß die auf Quittenunterlagen gezogenen Früchte eine viel leuchtendere, tiefere Färbung zeigen und viel wertvoller für den Handel sind.
An den Boden stellt Clairgeau keine sehr hohen Ansprüche. Im leichten, sandigen Boden wird man allerdings durch das frühe Abfallen der Früchte leicht Schaden erleiden. Die Lage muß warm und geschützt sein, wenn die Güte der Früchte befriedigen soll.
Das Laub ist gesund, frei von Schorf und sonstigen Schädlingen. Es entwickelt sich kräftig und zeigt eine saftig grüne Farbe. Die stumpfgesägten Blätter sind halbsichelförmig gekrümmt.
Die Blüte erscheint ziemlich frühn und ist gegen Nässe und Kälte wenig empfindlich.
Die Fruchtbarkeit tritt sehr früh ein, vielfach am einjährigen Triebe. Sie ist eine regel- mäßige und eine sehr reichliche.
Schlechte Eigenschaften.
Die Clairgeau erschöpft sich zu früh infolge ihrer übermäßigen Fruchtbarkeit. Sie ist in bezug auf die rechtzeitige Erntezeit sehr empfindlich und läßt im Geschmack oft zu wünschen übrig.
Man sollte daher die Clairgeau trotz ihrer Marktfähigkeit nur in beschränktem Maße zu Massenpflanzungen verwenden.
.


