eine Straßenpflanzung aus dem Kreise Sangerhausen unweit Bennungen, während das Bild der Beilage einem Baum der Freiherrlich von Friesen'schen Obstanlagen in Rötha entnommen ist.
Wenn auch im allgemeinen die Landsberger Renette eine Sorte für den freieren landwirt- schaftlichen Obsthau ist, so gibt ihre Veranlagung, selbst bei strengster Formkünstelei willig Früchte anzusetzen, sehr oft Veranlassung, sie trotz ihres nicht gerade hohen Wertes als Tafel- frucht für Formobstanlagen zu verwenden.
Besonders der wagerechte Schnurbaum ist eine Form, in der die Landsberger Renette dankbar trägt.
Fast alle, von denen uns Berichte zugegangen sind, bezeichnen die Landsberger Renette sowohl in Bezug auf Boden- als auch auf klimatische Verhältnisse als genügsam. Es scheint aber doch, daß sie im Norden mehr als im Süden ihre eigentliche Pflanzstätte gefunden hat und selbst in hohen Gebirgslagen noch gut fortkommt. Im Rheinland wenigstens wird vielfach über ihre Neigung zur Krebskrankheit und Gipfeldürre geklagt. In trockenem Boden gedeiht sie nicht so gut wie in feuchterem. Anhaltende Dürre verträgt sie jedenfalls nicht, namentlich wenn sie im Grasland steht und ihr die Grasnarbe die Feuchtigkeit entzieht.
Trotzdem das Blatt sehr weich und wollig ist, tritt die Schorfkrankheit bei der Landsberger Renette nur vereinzelt auf.
Schlechte Eigenschaften.
1. Die hie und da beobachtete Neigung zum Krebs besonders in Ueberschwemmungsgebieten.
2. Das fast überall hervorgehobene Auftreten des Mehltaues, besonders in nährstoffarmen, trockenen Bodenverhältnissen. Solange ein wirksames Mittel zur Bekämpfung des Mehltaues noch nicht gefunden ist, wird man im trockenen Gelände den Anbau der Landsberger Renette einschränken müssen. Wo die Blutlaus seuchenartig auftritt, ist die Landsberger Renette eine der zuerst befallenen Sorten. Das Holz ist brüchig, bei vollem Fruchtansatz oder bei Schnee- druck in hohen Gebirgslagen findet oft ein Ausschlitzen der Aeste statt. In den Kreisen der Baumschulenbesitzer wird über häufiges— im Gegensatze zu allen anderen daneben stehenden Sorten— Abstoßen der ein- und zweijährigen Veredlungstriebe geklagt, welche trotz ihres sonst sehr geraden Wuchses ein Pfählen und Anbinden der Veredlungen nötig macht.


