4
kann man schon Ende September die Früchte ernten. Im November erreichen sie ihre volle Reife. Die Haltbarkeit ist eine begrenzte. Die Frucht gewinnt nach Weihnachten nicht mehr im Geschmack und muß im Januar verbraucht werden. Bei der Empfindlichkeit der Schale sollte man, um Druckstellen zu vermeiden, auf einen frühzeitigen Versand bedacht sein und beim Ver- packen äußerste Sorgsamkeit walten lassen.
In den ihr zusagenden Verhältnissen bringt die Landsberger Renette meist gut entwickelte, gleichmäßige Früchte hervor. In dürftigem Boden ist der Ausfall an kleinen Früchten allerdings bedeutend. Für wirtschaftliche Zwecke lassen sich aber auch die letzteren noch recht gut verwerten.
Eigenschaften des Baumes.
Der Baumschulenbesitzer schätzt diese Sorte wegen ihres kräftigen, schlanken Wuchses. Zahlreiche Seitenzweige bewirken den für die Erziehung starker Stämme sehr erwünschten konischen Stammbau. Ein eigenartig bräunliches Grün der Rinde und das große, stark gewellte,
grob und tief gezahnte, frisch hellgrüne Blatt, das vor allem die jungen Triebspitzen ziert, bilden schon in der Baumschule sichere Erkennungszeichen dieser Sorte.
Den kräftigen Wuchs, der die Landsberger Renette auch als Stammbildner bei Zwischen- veredlungen verwendbar macht, behält der Baum bis zum späten Alter bei. Der Kronenbau ist mit geringer Nachhilfe durch den Schnitt in den ersten 2—3 Jahren nach der Pflanzung ein aufrechter, breitkugeliger. Die Sorte neigt sehr zur Bildung vorzeitiger Triebe und zu reichlichem Fruchtknospenansatz am einjährigen Holze. Die Blüte ist mittelfrün und dauert ziemlich lange, sie zeigt sich verhältnismäßig widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse, sodaß die Ernten sehr regelmäßig und reich ausfallen.
Als Straßenbaum verlangt die Landsberger Renette, namentlich bei schmalen Fahrwegen, wiederholtes Aufästen der über den Straßenkörper weit ausliegenden Aeste. Das Textbild zeigt


