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Neues Waldeckisches Gesangbuch für den öffentlichen und häuslichen Gottesdienst
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244 Gebet um ein ſeliges Ende.

Sanftmuth, indieſer meiner ſchmertzlichen Kranck⸗ heit, daß ich dieſelbe deinem Exempel nach, mit de⸗ muͤthigem, ſtillem Geiſt trage, auf daß, wenn ich hie deinem Bild aͤhnlich werde, ich auch dorten dei⸗ ner Herrlichkeit genieſſen moͤge, Amen! umddeiner hohen Gedult willen, o HErr JEſu! Amen. Gebet um ein ſeliges Ende. O guͤtiger GOtt, du haſt dem Menſchen ein Ziel △‿2 geſetzt zu leben, welches er nicht kan uͤbergehen. Denn er hat ſeine beſtimmte Zeit, die Zahl ſeiner Nonden ſtehet bey dir, alle unſere Tage haſt du ge⸗ zaͤhlet, welche doch ſchnell dahin fahren wie ein Strom, nicht anders als floͤgen wir davon. Alle unſere Jahre ſind wie ein Rauchoder Schatten, wel⸗ cher ploͤtzlich vergehet, der Menſch iſt doch wie Gras, welches bald verdorret, und wie eine Blume auf dem Felde verwelcket. So lehre mich nun, o guͤtiger GOtt! erkennen, und zu Gemuͤth fͤhren, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Siehe meine Tage ſind ei⸗ ner Hand breit bey dir, und mein Leben iſt wie nichts vor dir. Wie gar nichts ſind doch alle Menſchen, die

doch ſo ſicher dahin leben. HErr lehre mich beden⸗ 1

cken, daß ich ſterben muß, und allhie in dieſer Pil⸗ gerſchaft keine bleibende Statt habe. Thue mir kund mein kurtzes und vergaͤngliches Weſen, daßich oft und viel gedencke an mein Ende, auf daß ich in dieſer Welt nicht mir ſelbſt, ſondern dir lebe und

ſterbe, damit ich im Glauben wacker und froͤlich er⸗

warte den Tag meiner Heimfahrt und der Erſchei⸗

nung deines lieben Sohnes JEſu Chriſti, und ge⸗ ſchickt zu derſelbigen mit heiligem Wandel und Gott⸗ ſeligem Weſen eile. Begnade mich mein GOT,

mit einem ſeligen Abſchied, wenn mein Stuͤndlein

berzu nahet, daß ich ſeliglich ſterbe, ein vernünſte ge5*

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