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236 Gebet eines Tageloͤhners. Wiſſenſchaft zu arbeiten, allein von dir herkomme,
und daß ich auch ohne deinen Segen mit meiner Ar⸗
beit nichts ausrichten werde, wenn ich gleich fruͤh aufſtehe, ſpat niederlege, und mein Brod mit Sorgeneſſen wuͤrde. An deinem Segen iſt alles ge⸗
legen, der machet reich ohne Muͤhe. Darum bitte
ich dich mein GOtt, ſegne auch meine Arbeit: Ver⸗ leihe mir Geſundheit, und ein genuͤgliches Hertz,
daß ich vorlieb nehme mit meinem beſcheidenen Theil, E
und wiſſe, daß das Wenige, daß ein Gerechter hat, beſſer ſey, denn das groſſe Guth vieler Gottloſen, und daß es dir leicht ſey, auch einen Armen, ſo du
wilt, reich zu machen: Erleuchte und regiere mein)
Hertz, daß ich des Glaubens und der wahren Gott⸗
ſeligkeit mich befleiſſe, den Reichen ihr Guth nicht
mißgoͤnne, mich demuͤthig halte, und befleiſſe mich, reich zu werden an guten Wercken. Behute mich fuͤr Geitz und Ungerechtigkeit, daß ich nicht unbilli⸗ gen Lohn fordere, ſondern recht handele, und dei⸗ nes Segens mich troͤſte. Nun HErr, gern wil ich mich naͤhren meiner Haͤnde Arbeit, und in deiner Furcht wandeln. Segne du mich, mein GOtt, wie du in deinem Wort verheiſſen haſt, und gib, daß ich nach der ſchweren Arbeit dieſes kuͤmmerlichen ke⸗ bens, eingehen möge zu deiner himmliſchen Ruhe, durch JEſum Chriſtum deinen Sohn, Amen. Gebet eines Tageloͤhners. J duallweiſer und gerechter GOtt, dieweil ich er⸗ ¹ kenne, daß du mich in dieſen Stand geſetzet, daß ich ein Tagloͤhner und Arbeiter ſeyn, andern mit meiner Arbeit dienen, und damit meine Nahrung ſuchen ſoll, ſo bin ich wohl damit zu frieden, und dencke nicht an einen hoͤhern Stand. Allein ich bitte dich demuͤthiglich, weil dir der Glaube und Gedult wohl gefallen, du wolleſt die Gedult in mein dir pflan⸗
zu en pren, und al 11 ſen pmalwerde!
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