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Ein Sermon Doctor Martini Lutthers. Auff das Euangelion Jo. x Von dem gutten hyrten. / Durch in vberlesen.
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Nuff das Enaugelion Johatmis x. Oo

man lyſt auff den anndern Sontag nach oſtern ·

Chꝛiſtus der herr ſpꝛach ſeinẽ jungern Ich byn ein gůter hyrt. ꝛc.

Iſs iſt ein troͤſtlich Euanngelion/ weliche vnns den

herren Chꝛiſtum feyn lieblich fürbyldt/ vnnd leeret

was er für ein perſon ſey/ was er für werck füre/ wie er gegenn den den leüten geſinnet ſeye. Man kan es aber nicht baß verſteen/ dañ weñ man gegen einander ſetzet liecht vnd fynſternuß/ tag vnd nacht/ das iſt/ ein gůten vnd boͤſen hirtten/ wie der herr hye ſelbs thůt.

Ir habt nim oft gehovꝛet das got zweierley pꝛedig hat auf die welt geſchicket. Eine iſt/ wenn man gottes gebot pꝛedigt das do ſagt. Dw ſolt nicht frembde götter haben/ Item dw ſolt nit toͤdtẽ/ nicht ebꝛechen/ nicht ſtelen/ darneben dꝛewet wer es nicht helte ſol des todts ſeyn/ Die ſelbigẽ machẽt aber niemãt from vom herten dañ obgleych ein menſch da durch

ezwungen wirt/ dz er ſich auſſen voꝛ den leütten from ſtelle 5 iſt doch ñ̃wendig das hert dem geſetʒ feind/ vnd wolt das es nicht were·

Das ander pꝛedig ampt/ iſt das euãgelion/ das ſaget wo mans nemen ſoll/ das man thů was das geſetz fodert/ treybt trowet nicht/ ſondern locket die leüt fein freüntlich/ ſagt nicht/ thů das thů jhens/ ſonder alſo/ EFom ich will dir wei ſen wo du es nemẽ holen ſolleſt das du from̃ werdeſt Sihe hye iſt der herre Chꝛiſtus der wirdt dirs geben.

Darinb ſeind die ʒwey wider einander/ wie nemẽ vnd ge⸗ ben/ fodern vnd ſchencken/ die vnderſcheyd můß man wol haſen ali hat nu got die welt regirt/ regirt ſy noch alſo/ Den rauchen vnd rohẽ menſchen/ die das euangelium nicht

ülenn/ muß man das geſes pꝛedigen vnd ſy treyben byß das y mirbe werden vnd jre gebꝛechen erkennen/ wenn daz ueche ij