Arr! auf! weil ſchon Aurora lacht; Ihr Gatten junger Schoͤnen!
Ihr muͤßt nunmehr, nach fauler Nacht, Dem Gott der Ehe froͤhnen. Erneuert den verliebten Zwiſt,
Der ſuͤßer als die Eintracht iſt,
Nach der ſich Alte ſehnen.
Iſts moͤglich, daß, geweckt von Luſt, Ein Gatte nicht erwache? Daß eine nahe Lilienbruſt Ihn nicht geſchaͤftig mache? Indeß ſchwebt um der Gattinn Haupt Der Morgentraum, mit Mohn umlaubt; Ihr traͤumt von eitel Rache.
Dort wo Cytherens waches Kind Den Schlaf vom Bette ſcheuchet; Dort rauſchts, wie dann ein Morgenwind Bethautes Laub durchſtreichet; Dort lauſcht auch meine Muſe nun, Die, wie die Maͤdchen alle thun, Verliebte gern beſchleichet.
Der Vorhang weicht: welch reizend Weib! Ich ſehe Venus liegen,
And leichten Flor den Marmorleib
Verraͤtheriſch umfliegen.
Wie ſucht ihr Blick, der kriegriſch gluͤht, Wie ſucht er, wann der Streit verzieht,
Streit, Gegner und Vergnuͤgen!
Du itzo noch verliebtes Paar,— Was mangelt deinem Gluͤcke? Ich werde ſelbſt entzuͤckt, gewahr,
Daß Hymen auch entzuͤcke.
Die Muſe ſieht hinweg und weicht: Doch manchmal und verſtohlen ſchleicht
Ein halber Blick zuruͤcke.
uz.
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