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Topographia Westphaliae : Das ist, Beschreibung der Vornembsten , vnd bekantisten Stätte, vnd Plätz, im Hochlöbl. Westphälischen Craiße / An tag gegeben, von Matthaeo Merian [Textverf. Martin Zeiller]
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94 Beſchreibung der fuͤrnehmbſten Staͤtte und Plaͤtze/ꝛc.

ſchafft Schauenburg,/ Anno⸗ 34. unter dem achten Biſchoff zu Minden, Ludario, angerichtet.

Vlote/ Vlotha/ an der Weſer, ſo etwan eine Herrſchafft geweſen, jetzt aber deren Haupt⸗ ſtaͤttlein Vlothowe, Vlote, oder Vlotha, unter die Staͤttlein der Grafſchafft Ravenſperg gerechnet wird. In der Braunſchweigiſchen Chronie ſtehet, am 402. Blat alſo: Anno 1341. haben Hertzog Otto, Hertzog Wilhelm zu Braunſchweig, ihrem Schwager, Graf Heinrichen zu Waldeck, das Schloß Vlothe,an der Weſer gelegen, verſetzt. Die⸗

ſe Herrſchafft gehoͤret jetziger Zeit in die Grafſchafft

Ravenſperg. Welcher geſtalt aber ſie an ſolche frembde Herrſchafft kommen, kan ich nicht wiſſen, Licentiat Hamelmann, in ſeiner Oldenburgiſchen Chronic, im 1. Theil, am 27. Capitel, ſchreibet, Graf Heinrich zu Oldenburg, zugenambt, der Vogener, das iſt, der Demuͤtige, hab ſich einen Herrn zu Blo⸗ the titulirt, woher, wird nicht darbey erwehnet. Biß hieher beſagte Braunſchweigiſche Chronic.

Volckmarſem/ eine Statt, im Coͤllniſchen Hertzogthumb Weſtphalen. Dilichius in der Heſſi⸗ ſchen Chronic p. 132. ſchreibet zwar, daß ſich dieſer Ort, An. 1561. in Heſſiſchen Schutz begeben, wel⸗ cher an der Grafſchafft Waldeck, nicht weit von dem Hauß Wetterburg,lige. Aber es wird derſelbe gleichwol in An. 1644. unter die Chuy⸗Coͤllniſche Staͤtt verzeichnet. In den Relationen iſt einkom⸗ men, daß die Schwediſchen ein Volckmarſen, in Weſtphalen, an der Tuitſche, nahend Warburg, in die Aſchen, An. 1632. gelegt haͤtten. In dem zwey⸗ ten Theil Theatri Europæi, ſtehet, daß An. 1632. Landgraf Wilhelm auß ·Heſſen dieſe Statt mit Ac⸗ cord erobert; ſo aber der Graf von Pappenheim bald wider bekommen. Welcheszweymal geſchehen, und haͤtten die Heſſiſchen nicht weit darvon einge⸗ buͤßt. Hernach ſeyen die Schwediſchen unterm Ge⸗ neral Baudiß, nach Volckmarſen kommen, daher die Pappenheimiſche Soldaten, ſampt den Buͤr⸗ gern, auß Forcht, gewichen, und haͤtte darauf die da⸗ hin commandirte Jaͤger Compagny die Statt ein⸗ genommen, gantz außgepluͤndert, die Thor, und Mauren nidergeriſſen, und endlich die Statt in die Aſchen gelegt.

Vorde/ ein Stattlein, zwiſchen Oßnabruͤck und Quakkenbruck, und zum Stifft Oßnabruͤck ge⸗ hoͤrig. Wird von Theils zur Voͤhr genant. Es ligt auch ein Vorde, oder Vorden, im Paderborni⸗ ſchen, zwiſchen Brakel und Sualenburg, bey Ol⸗ denburg.

Vreeden/ ein Staͤttlein im Stifft Mun⸗ ſter, bey Stattloon, und Ahus.

Utrecht. Es wird der Biſchoff von Utrecht, auch unter den Staͤnden deß Weſtphaͤliſchen Craͤi⸗

ſes gezehlet. Weilen aber ſolches Biſchthumb nicht

allein in dem Burgundiſchen Vertrag begriffen:

ſondern auch jetzt gar kein Biſchoff dieſes Orts mehr iſt; und die vereinigte Niederlander allda, ſo wol in Religions⸗ als andern Sachen, Veraͤnde⸗ rung vorgenommen; und man ſolches Land von Utrecht jetzt zu Holland rechnen thut: Als wird dan⸗ nenhero die Beſchreibung beydes der Hauptſtatt, und des Lands, anderswohin verſparet.

Warendorff/ Warendorp/ an der Embs, zwiſchen Beckem und Saſſenburg, dem Stifft Muͤnſter gehoͤrig, welchen Ort Philippus Magnus, Hertzog Heinrichs det Juͤngern, Sohn, Anno 1773. in ſeinem Feldzug ſtracks erobert hat. Anno 1763. bekam denſelben Hertzog Erich zu Braunſchweig mit Liſt. Sihe Petershagen. Ward Anno 1623. ekliche Wochen lang von dem Grafen von Anhalt, im Nahmen deß Herrn Biſchoffs von

Muͤnſter, belagert und erobert. Anno 1638. hat die⸗

3 Släts im Auguſto eine groſſe Feuersbrunſt ge⸗ abt.

Wenera/ en ſchoͤner Marckt in Oſt⸗Frieß⸗

land, gegen dem Stifft Munſter werts, an der Embs drey Meilen von Embdemw, und eine von Lera gelegen. Hat einen Port, und ein ſchoͤne Kirch, und iſt nach der Lang erbauet.

Winnenberg/ eine freye anſehnliche Herr⸗ ſchafft in dieſem Crais, die von einem Autore, zwi⸗ ſchen Coblentz und Trier, geſetzt wird, ſo vielleicht deß Antonini Vinco, wie er muthmaſſet, ſeyn mag: Siehe oben den Eingang.

Widdenbruck/ iſt ein Stattlein an der Embs, zwiſchen Rittberg und Rheda, gelegen.

Wormskirchen/ im Hertzogthumb Ber⸗ gen, auf der Straſſen von Coͤlln nach Dortmund

bey vier Meilen von Coͤlln gelegen/ ein Marcktfleck⸗ oder Staͤttlein.

Werne/ ein Staͤttlein/zum Stifft Muͤnſter⸗

ſampt ſeinem Ampt, gehoͤrig, bey dem Lippſtrom, zwo Meilen von Luͤnen, und eine Tagraͤiß zu Fuß, von der Statt Muͤnſter, gelegen. Dahin man kompt, ſo man von Coͤlln nach Muͤnſter raißt. An⸗ no 1640. haben den 16. Junii ſich dieſes Staͤttleins bemaͤchtiget die Kaͤiſeriſchen, und dieſelbe mit fuͤnff Compagnyen belegt, die ſonſten kein Volck innen hatte, ſondern den Heſſiſchen allein contribuixte.

Witmund/ in Oſt⸗Frießland/ hat zwar kei⸗ ne Mauren, und iſt nur ein alter Marckt, aber ſo groß/ als die Statt Eſens, dahin er, dieſe aber dem Grafen von Oſt⸗Frießland, gehoͤrig iſt; auch ſo viel Statt⸗Gerechtigkeit, als Eſens hat, und von Burgermeiſtern regiert wird. Es iſt da ein ſtatt⸗

liches und veſtes Schloß. Siehe Ubbo-

nem Emmium in Friſ. Orient. Cho- rogr. deſcript. pag. 5 3.

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Ver⸗