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Topographia Westphaliae : Das ist, Beschreibung der Vornembsten , vnd bekantisten Stätte, vnd Plätz, im Hochlöbl. Westphälischen Craiße / An tag gegeben, von Matthaeo Merian [Textverf. Martin Zeiller]
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im hochloͤblichen Weſtphaͤliſchen Craͤiß.

Beſiehe Abrahamum Ottelium, in ſeinem ltinera- rio Gallo-Brabantino, auß welchem das meiſte hieher entlehnet worden iſt.

Stickhauſen/ Stickhuſen/ Stich⸗ huſen/ ein Dorff, und veſtes Schloß, in der

Grafſchafft Embden, oder Oſt⸗Frießland, und deſſelben Theil Mormeria, an der Leda, und nahend

ſiſchen haben dieſen wolverwahrten Ort und Ve⸗ ſtung, Anno 1637. im Herbſtmonat, mit Accord erobert.

Stockem/ oder Stochem/ ein Statt⸗ lein an der Maaß, oder Moſa, zwiſchen Maſtricht und Ruremonde, von jedem Ort bey vier Meilen, und nahend Maeſeyck, in dem Stifft Luͤttich ge⸗ egen.

Stoltenow/ Stattlein und feſtes Schloß⸗ in der Grafſchafft Hoye, an der Weſer, iſt Braun⸗ ſchweigiſch. Es ligt gleich darbey Schloͤtelborg, dar⸗ innen ein ſchoͤner Edelſitz.

Suſteren/ Monaſterium duſteren- ſe, ein Adeliches Jungfrauen Stifft, heutiges Tags, in dem Hertzogthumb Guͤlch, und unter

deß Stiffts Luͤttich geiſtlicher lnipection, welches

S. Willibrordus geſtifftet hat. Stromberg/ nahend dem Fluß Lippe Item das Staͤttlein Widenbrucke und Rh eda/

davon Hamelmann, in der Oldenburgiſchen Chro⸗ nic, part. 2. cap. 1 3. fol. 152. ſchreibet, datz Flo- rentinus der 3 8. Biſchoff zu Muͤnſter, die Burg⸗ grafſchafft Stromberg(ſo mit Nuͤrnberg, Mag⸗ deburg und Rheineck, insgemein, unter die vier Burggrafen deß Reichs gezehlet worden) Anno 1372. eingenommen habe; wie dann auch ſolch Schloß und Ampt noch jetzt bey dem Stifft Muͤn⸗ ſter; und ſey der rechte Erb, nemblich, Burggraf Johann ins Elend getrieben worden, und endlich im Land zu Braunſchweig geſtorben. Auß deß Joan. Gigantis Entwerffung deß gedachten Stiffts, iſt zu ſehen, daß beym Haupt⸗Ort auch ein Staͤtt⸗ lein, und daß etliche Doͤrffer in ſolches Ampt gehoͤ⸗ rig ſeyn. Darbey er dieſe Wort ſetzet: Circa hos ſaltus periiſſe videtur Q Varus, cum tribus Legio- nibus. Irem: Stromberg olim Burggraviatus Imperii. Hergegen will Freherus, in notis ad P. de Andlo, p. 162. lib. 1. c. 16. daß das ſehr alte Ca⸗ ſtell Stromberg auf dem Hundsruͤck, zwiſchen Simmern und Creutzenach, unter ſolcher Burg⸗ grafſchafft zu verſtehen ſeye.

Tecklenburg/ en veſtes Hauß oder Schloß, vier Meilen von der Statt Munſter, und zwo von Oßnabruͤck, auf einem hohen Huͤgel und Gebuͤrg, gegen Muͤnſter werts, gelegen; darvon die gantze

Grafſchafft den Namen hat: Die vor Zeiten groß i

und maͤchtig geweſen, aber viel darvon an andere kommen iſt. Siehe Hermann Hamelmann in der

93 Oldenburgiſchen Chronic part. 3. c. 7. p. 253. Der Letzte aus dieſem Graͤflichen Geſchlecht, war Otto, Thumb⸗Probſt zu Oßnabruck, den ſein Bruder, Graf Cunrad, biß an ſein Ende, gefangen gehal⸗ ten, alſo, daß er erſt nach ſeinem Tod, von ſeiner deß Cunradi einigen Erb⸗Tochter Anna, Graͤfin zu Bentheim, loß geben worden, und nach etlich wenig

Jahren geſtorben iſt. Gedachte Graͤfin iſt hernach

den Oldenburgiſchen Graͤntzen, gelegen. Die Heſ⸗ An. 1561. von ihrem Herrn und Ehegemahl, Graf

Eberwin zu Bentheim, auf dem beſagten Hau Tecklenburg, auch gefaͤnglich verwahret; u i ſonderm Liſt, von ihrem Vettern Graf Chriſtophen zu Olbenburg, ledig gemacht worden; wie hievon beym beſagten Hamelmann, d. p. 3. c. 13. p. 358. zu leſen. Was noch uͤbrig von dieſer Grafſchafft iſt, als Lengerick, oder Lengerich, Lengercke,(ſo Chy- træus nur ein Dorff, eine halbe Meil vom Schloß Tecklenburg gelegen, nennet) und andere Ort mehr, das gehoͤret, zuſampt gedachtem Stamm⸗ hauß, heutigs Tags, den Grafen von Bentheim; die davon dem Anſchlag nach, Monatlich z.zu Roß, und 10. zu Fuß, oder 76. Guͤlden dem Reich con⸗ tribuiren ſolten.

Telligt j an der Embs, im Wolbeckiſchen, und nahend Wolbeck, zwiſchen Warendorff und Muͤnſter, ein Paß, und dem Stifft Munſter gehoͤ⸗ rig. David Chytræus lib. 13. Sax. p. 346. nennets Telget, und ſagt, lige nahend bey der Statt Mun⸗ ſter, allda im Ende deß 15 32. Jahrs, die Stande deß gantzen Stiffts Munſter, und unter denen, die Domherrn, ſo kurtz zuvor, wegen veraͤnderter Re⸗ ligion in der Statt Muͤnſter, und etlicher Kirchen halber, ſo die Burger mit etwas Ungeſtumm, ein⸗ genommen, auß der Statt gewichen, und hieher vom Biſchoff, zu berathſchlagen, wie die Empoͤ⸗ rung in der Statt zu ſtillen, beruffen, zuſammen kommen ſeyn; welche die von Munſt. aberfallen, und die meiſten gefangener in die Statt, mit Frolo⸗ cken, an S. Stephans Tag, gefuͤhret haben. Land⸗ graf Philips auß Heſſen, hat endlich Frieden ge⸗ macht, dergeſtalt, daß die Gefangene ſolten ledig gelaſſen werden, die Burger in den Stifftskirchen zu Munſter nichts aͤndern, oder Neues machen: In den uͤbrigen ſechs Kirchen aber, als zu St. Lam⸗ precht/ Ludger, Egiden, uͤber dem Waſſer, S. Mar⸗ tin und Servatio, ſo ſie eingenommen, die Lehr der Augſpurgiſchen Confeſſion, beſcheidentlich lehren, und dem Biſchoff/ den ſchuldigen Gehorſam/ ehrent⸗ bietlich leiſten ſollten. An. 1641. hatten die Wey⸗ mariſchen einen Anſchlag auf dieſes Staͤttlein, und ſolchen den 18. Decembr. Nachts, vollziehen wol⸗ len. Kamen derowegen mit ungefehr tauſend Mann dafuͤr, und brachten vermittelſt Anlauffs, etwas ih⸗ res Volcks hinein: Aber der von Vehlen hatte kurtz zuvor, auß Warendorff 80. Mann genommen, und hinein gelegt; welche dißmal die Buͤrger zu Telligt, ur Wehr bewegten, daß die Weymariſche, mit Hinderlaſſung zimlicher Todten, weichen muͤſſen.

V Visbeck/ ein Kloſter oder Stift, in der Graf⸗

M ſchafft