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Topographia Westphaliae : Das ist, Beschreibung der Vornembsten , vnd bekantisten Stätte, vnd Plätz, im Hochlöbl. Westphälischen Craiße / An tag gegeben, von Matthaeo Merian [Textverf. Martin Zeiller]
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im hochloͤblichen Weſtphaͤliſchen Craͤiß. 27

Florines, Florinæ, Florenne.

In Staͤttlein im Stifft Luͤttich, allda des heiligen Martyrers Gengulphi, Gangulphi, oder Gingulf Stifftskirchen zu ſehen iſt; die auch fuͤr eine Pfarrkirchen gebrauchet

wird; in welcher§. Maurus, Martyr Remenſis, ruj⸗ het. Es iſt auch allhie ein Kloſter zu S. Jo⸗

V hann dem Taͤuffer. Miræue

P. 245.& 487.

Foſſe, Foſſea.

In Staͤttlein im Stifft Luttich, zehen Mei⸗ len von der Statt Luͤttich gelegen. Allda ein Stifft oder Collegium Canonicorum, ſo

vorhin ein Schotten⸗Kloſter geweſen, in wel⸗ chem ein Theil von des heiligen Ultani, geweſe⸗

nen Abts zu Peron und Foſſe, auffgehalten wird⸗ So ruhet auch daſelbſt S. Foillnus, der Bi⸗ ſchoff und Maͤrtyrer. d. Miræus

p. 2 23.& 639. 1.217 253⸗

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Franchimont, Francimontium, Franckmont.

Der Franckenberg, und in Luͤttichiſcher

Spraach, Francieimont, ligt zwiſchen Spay

und Frupont; an einem unbenamten Waſ⸗ ſer, ſo in die Weſa kommt. Gehoͤret zum Biſch⸗ thumb Luͤttich, und alſo in den Weſtphaͤliſchen Craͤiß; und iſt das Haupt der Marggraffſchafft dieſes Namens, und vor Zeiten eine fuͤrnehme Statt geweſen, aber folgends ihrer Mauren be⸗ raubt worden, daß ſie wie ein groſſes Dorff, zu ach⸗ ten. Hat aber gleichwol eine gute wehrhaffte Ve⸗ ſtung ſampt Land und Leuten. Ligt vier Meilen von Luͤttich, und wegen der Berg und Waͤlde, an einem rauhen Ort. Als Hertzog Carl von Burgund die Statt Luttich zerſtoͤret, ſo iſt er hernach auch vor dieſe damals noch geweſene Statt gezogen, und hat

in dieſer Gegend gar uͤbel und Tyranniſch gehauſet, wie Cominæus lib. 2. cap. 14. hiervon, und der un⸗ gewoͤhnlichen groſſen Kaͤlte, ſo damals geweſen, und in welcher einem von Adel ein Fuß, und einem Edelknaben zween Finger, abgefroren; auch eine Kindbetterin, mit ihrem neugebohrnen Kindlein, von der Kaͤlte ertoͤdtet; der Wein in den Tonnen, oder Gefaͤſſen alſo gefroren, daß man ihn drey Tag lang mit Beiheln in Stuͤcke zerſchlagen, und hauen muſſen, zu leſen iſt. Es gibt in der Nachbar⸗ ſchafft, bey dem Dorff Thou nemlich, ein gutes Bley⸗Bergwerck, und in den naͤchſten Ber⸗ gen ein Uberfluß von ſchwartzen Marmolſtein. *† 4*

Frieſoite, Friſoit.

.*ꝙRieſſoyt, oder Oitha Friſica, und von theils Frießheid genannt, ligt im Stifft Muͤnſter,

zwiſchen Stichhuſen, ſo noch Oſt⸗Frieß⸗

laͤndiſch und Kloppenburg, ſo auch Munſte⸗

riſch, an einem Waſſer, das in den Landtafeln So⸗ ſte genant wird. Iſt eine alte, aber geringe Statt, V wie Emmius lib. 34. Rer. Friſicarum fol. 53 1. ſchreibet.

Gennep/ Gennapium.

Bl Staͤttlein und Schloß ligt an der Ner⸗

a, bey den Geldriſchen Graͤntzen, noch im Hertzogthum Cleve, ſo, ſamt der gantzen Graffſchafft dieſes Namens, an daſſelbe, von den Herrn von Bredenrade, durch Kauffs⸗Titul, kommen iſt; wie Georgius Braun im andern Theil

ſeines Staͤttbuchs ſchreibet. Das beſagte voruͤber⸗ 1 flieſſende Waſſer Neers, ſo nicht weit davon in die wol/ zwiſchen den Staͤtten Nieumegen und Venlo,

Maaß oder Moſa, kommt, fuͤhret herrliche und ſehr wohl geſchmacke Aal. Anno 1599. nahm der Graf von der Lipp, Weſtphaͤliſcher Craiß⸗Obriſter, im Namen des Reichs, Gennep, Statt und Schloß, ein; wiewol ſeine Commiſſion dahin nicht gieng, und Anno 1602. und 14. der Staaden General, V Printz Moritz von Uranien. Dann dieſer Ort gar

und