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Topographia Westphaliae : Das ist, Beschreibung der Vornembsten , vnd bekantisten Stätte, vnd Plätz, im Hochlöbl. Westphälischen Craiße / An tag gegeben, von Matthaeo Merian [Textverf. Martin Zeiller]
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24. Beſchreibung der fuͤrnehmdſten Staͤtte und Plaͤtze

Statt erbauet iſt, und einen guten Port hat) Lera, Gldersbeim, Mariaͤhafen: Item, viel Schloͤſſer, und ſonderlich das ſehr veſte Schloß Orten: Item, Stickhuſen, Frieburg, Gret und andere Schlöͤſſer mehr, ſo zum Theil den Graffen von Oſt⸗Frieß⸗ land, zum Theil denen von Adel ſo unter ihnen ge⸗ horig, ſeyn. So zehlet man auff die dreyſſig Kloͤ⸗ ſter in dieſem Lande, davon das Veldenſiſche nicht weit von Jevern gelegen iſt. Der Doͤrffer ſeyn ſehr viel. Und wo der obgemelte Meerbuſen Dollert jetzt iſt, da ſeyn vor Zeiten die ſchoͤnſte Felder, Kir⸗ chen, Doͤrffer, und Meyerhoͤff, und nicht weniger, als zwey und dreyſſig Doͤrffer, und auch die Statt Torumum, wie ingleichem der reiche ſtattliche Fleck Reiderwolda, darinn zwo Kirchen, geweſen. Man hat gleichwol vor wenig Jahren, durch neue Daͤmme, ihme wieder etlich Land benommen, und erobert; wie man dann mit den Daͤmmen, weil das Land viel Waſſer, da viel zu thun hat. Die Religion belangende, ſo wird an des Graf⸗ fen Hoff die Augſpurgiſche Confeſſion, und auch auff dem Lande zum Theil, getrieben: Die uͤbrige Ort ſeyn der Calviniſchen zugethan,(wiewol auch etliche der Roͤmiſch⸗Catholiſchen, und anderer Re⸗ ligionen im Lande ſeyn moͤgen. Wie es dann zu Emoden viel Wiedertaͤuffer gibt: Und im Hoff⸗ gericht der Zeit, nur noch ein Lutheraner ſitzen ſolle.) Die Staͤnde dieſes fruchtbaren und gluckſeligen rießlandes, ſeyn der Zeit, nach Abſchaffung der Praͤlaten, der Adel, die Staͤtte und das Bauers⸗ Volck. Zu Aurich, mitten im Lande, iſt das gedach⸗ te Hoffgericht, in welchemn, aus des Landes Adel, Drey/ und Sechs Juriſten, ſo von den Staͤnden be⸗ ſoldet werden, ſitzen, deren Praſident Einer von Adel, und deſſen Statthalter,(ſo ſonder Zweiffel der Eantzler, wie er von andern genannt, ſeyn wird) ein Juriſt iſt. zweyen andern, ſtets dem Hoſtgericht abwarten, auſſer der Zeit, wenn man nicht Gericht haͤlt: Die uͤbrige kommen jaͤhrlich vier mahl dahin. Es gelan⸗ gen hieher alle Burgerliche Sachen, durch Appella⸗ tion, welche uͤber funffzig Guͤlden ſich belauffen. Und hat dieſes Hoffgericht auch die Bottmaͤſſig⸗ keit nicht allein uͤber des Graffen Diener, ſondern auch uͤber den Graffen ſelbſten. Sie erkennen auch in peinlichen Sachen, wann etwan die Innwohner dieſes Lands ihnen hierinnen unguͤtlich geſchehen zu ſeyn, vermeynen. Es iſt aber verbotten, daß in dem erſten, andern und dritten Grad, Befreundte, oder Verſchwaͤgerte, in dieſem Gericht ſeyn moͤgen. Und wer auch ſolches fuͤr argwoͤhniſch haͤlt, deme iſt zugelaſſen, daß, nach vollfuͤhrter Handlung, er alle die Acta auff eine hohe Schul ſchicken kan. Und wann er mit dem,/was daſelbſt von den Juriſten ge⸗ ſchloſſen wird, nicht zu frieden, ſo mag er an das Cammer gericht zu Speyer, oder den Kaͤiſerlichen Hoffrath, appellieren. Es uͤbet aber dieſes Gericht ſeine Bottmaͤſſigkeit im Namen des Graffen, der ihme auch hierzu die Vollmacht gibet: Und weiln er in ſolchem Klaͤger/und Beklagter wird/ſo haͤlt er

Und muß beſagter Praͤſident mit

ſtets darbey einen Procuratorem generalem. Und wann er dem Ausſpruch dieſer Hoffrichter nicht nachgelebet, noch von ihrem Urtheil an den Kaiſer, oder das Cammergericht, appelliert: Sobringen ſie, wenn der Graff dreymal ermahnet worden, es an die ſaͤmptliche Staͤnde, nemlich den Adel, die drey Staͤtte, Embden, Norden und Aurich(dann die andere drey, als Eſens, Jevern und Wirmund, nicht unter die Staͤnde gerechnet werden,) und die Bauerſchafſt, ſo in ſieben Vogteyen eingetheilet iſt, und darunter auch die obernante ſchoͤne Marck⸗ flecke verſtanden werden, und begehren von ihnen Huͤlffe.

Die Landlaͤge ſetzet auch beſagter Graff an, und was der Adel, die drey Staͤtte und die Bauerſchafft einmuthig beſchlieſſen, darauff muß er ſein Decret formieren, darff auch nichts aͤndern. Und haben dieſe drey Staͤnde ihren Rentkaſten, oder Einneh⸗ mer⸗Ampt zu Embden, und ſechs Vorgeſetzte, einen Rentmeiſter und Schreiber darzu. Wann man keinen vollkommenen Landtag halten will, ſo kom⸗ men bißweilen allein dieſelben Sechs, mit den De⸗ putierten der drey Staͤnde zu Embden zuſammen. Wie dieſes obgedachter Ubbo Emmius, in dieſem Lande gebohren, und der hohen Schul zu Groͤnin⸗ gen in Frießland erſter Rector, ſo Anno 1625. den 9. Decembris, geſtorben, de Statu Reipubl.& Ec- cleſiæ in Friſia Orientali, ſchreibet: Bey welchem auch von dem Herkommen der Graffen von Oſt⸗ Frießland und Rietberg, Herren zu Eſens, Ste⸗ V desdorp und Witmunde, in ſeinen Buͤchern, ſo er von Frießland und Frießlaͤndiſchen Sachen ge⸗ macht, und beyſammen in Folio gedruckt ſeyn:

Item, Hermann Hamelmann in der Oldenbur⸗

giſchen Chronic, zu leſen.

Der jetztregierende Graff, Herr Ulrich, hat et⸗ liche junge Herren, deren der aͤlteſte Enno Ludwig ins Graffen⸗Haag, in Holland aufferzogen wird, als deme des Printz Heinrich⸗Friedrichen von Ora⸗ nien Fraͤulein Tochter, Henrica-Catharina, den 28. Decembris, Anno 1641. als Er neun, und Sie ſieben Jahr alt geweſen, zur Ehe verſprochen iſt. Und ſo viel von der vielernanten ſchoͤnſten und gluͤckſeligſten Statt unter allen Frieſiſchen, wie ſie genannt wird, nemlich Embden, und auch dem Embderland, oder dem, ſo genannten Oſt⸗Frieß⸗ land ſelbſten, welches in des Biſchoffs von Muͤn⸗ ſter Geiſtlicher Jurisdiction gelegen: Und zu ſol⸗ chem der Koͤnig in Hiſpanien, wie aus dem Anno 1598. zwiſchen Franckreich und Spanien zu Ver⸗ vins auffgerichtem Vertrag/ und deſſelben 34. Ar⸗ ticul zu ſehen, ein Recht ſuchet: Wie dann Graff Edtardus von Oſt⸗Frießland, als er vom Kaͤiſer Maximiliano I. in die Acht gethan, von dem Her⸗ tog Georgen zu Sachſen, und andern Confoͤde⸗ rierten Fuͤrſten und Graffen, uͤberzogen, und faſt umb ſein gantzes Land gebracht worden, ſei⸗ nem des Kaiſers, Enick⸗Sohn, Carolo Koͤnig in Spanien, als einem Graffen von Holland, ſeine Graffſchafft zu Lehen auffgetragen, und durch ſolches

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