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Topographia Westphaliae : Das ist, Beschreibung der Vornembsten , vnd bekantisten Stätte, vnd Plätz, im Hochlöbl. Westphälischen Craiße / An tag gegeben, von Matthaeo Merian [Textverf. Martin Zeiller]
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im hochloͤblichen Weſtphaͤliſchen Craͤiß.

dahin gelegt, ſo ſie hernach verſtaͤrcket. Wie ſie dann nach der Zeit eine ſtarcke Beſatzung allda hal⸗ ken, und die Statt zu ihrem Willen, unter dem Fuͤr⸗ wand, ſie bey ihren Freyheiten wider den Graffen von Oſt⸗Frießland zu ſchuͤtzen, haben. Die obbe⸗

agte viertzig zwar, erwehlen Jaͤhrlich den gedachten Rath von zwoͤlff, welches ſo dann dem Graffen ge⸗ ſchrieben wird, ſo jemands ſchicket, der die Wahl beſtaͤtiget, und den Eyd annimmt. Thut er es vom

1. Januarij, biß auff den 7. diß nicht, ſo iſt doch die

Wahlkraͤfftig, und legen die Rathsherrn den Eyd bey den viertzigen ab, welche zwoͤlff Rathsherrn all⸗ wegen einen Syndicum bey ſich ſitzen haben, ſo An⸗ no 1615. D. Johannes Althuſius geweſen: Halten auch zween Secretarios. Neben dieſen zweyen Raͤ⸗ then, den 12. und 40. iſt auch ein Collegium von 25. deme die Wachten und Waffen befohlen, dar⸗ unter 21. Vorgeſetzte der 21. Rotten ſeyn, in welche die Statt auſſer den Vorſtaͤdten, nehmlich, die Alte Statt in 13. und die Neue, oder obgedachte valde- ra, ſo vorhin, wie gemelt, eine Vorſtatt geweſen, in acht getheilet wird, und vier Regionum Magiſtri, als Praͤſidenten ſeyn. Jeder vorgeſetzter, oder Præfectus, hat ſeinen Lieutenant, Fendrich und ni⸗ dere Befehlshaber, ſo die Buͤrger⸗Wachten neben den Soldaten beſtellen. Anno 1603. iſt die Beſa⸗ ung auch unter dem Rath geweſen, und von den taͤnden dieſes Oſt⸗Frießlands insgemein erhal⸗ ken worden, und hat ihr Obriſter denſelben, zuvor⸗ derſt aber dem Graffen und der Statt, ſchwoͤren muͤſſen. Wie es aber der Zeit damit bewandt, ha⸗ ben wir keinen Bericht zu geben. Uber dieſe ſeyn noch in jeder Zunfft oder Gilde,(deren zwantzig ſeyn, und ihre Vorſteher Oldermaͤnner genant wer⸗ den,) zwantzig, als die fuͤrnehmſte, ſo der Nacht⸗ wacht befreyet, aber doch ihrer alle Nacht/zehen und zehen zweymal die Ronde halten. Und iſt noch darzu ein Wachtmeiſter aus der Buͤrgerſchafft,

und einer von den Soldaten. Neben dieſen dreyen

Collegiis iſt auch ein Untergericht allhie, ſo geringe Sachen unter fuͤnffzig Guͤlden werth, tractieret, damit die Obrigkeit wichtigern Sachen abwarten moͤge. Aber uͤber dleſe alle hat der Rath von Zwoͤlffen, die Oberhand. Es iſt auch da eine Rent⸗Cammer von vier Perſonen: Item, zween Einnehmer zum Geld: ein Bauherr, und viel an⸗ dere Aempter mehr, ſo auff der Statt Wolfarth zu ſehen haben. Umbs Jahr 1616. hat dieſe Statt fuͤnff Teutſche, und einen Frantzoͤſiſchen Prediger gehalten, deren die Teutſche in zwo Kirchen die Wo⸗ chen uͤber acht Predigten verrichtet: In der groͤſ⸗ ſern Kirchen aber allein das Abendmahl, und zwar alle Monat einmahl adminiſtriert. Neben ihnen waren etliche, ſo allein zu den Krancken verordnet: Item„zehen Seniores, oder Conſiſtoriales, zu den Geiſtlichen Sachen, und dann etliche Diaconi, auff die Armen und das Allmoſen beſtellet. Die Re⸗ ligion allhie iſt Calviniſch, oder wie mans nennet, Reformiert. Man haͤlt gleichwol auſſer des Sonn⸗ tags, auch die Feyertage allda, nehmlich, den

23 Chriſttag, die Oſtern, Pfingſten, jedes Feſt zween Tag: Item, den Drey⸗Koͤnig⸗und Neuen⸗Jahrs⸗ Tag. Und dieſes aus dem Emmio, Matth. Cvade, in Teutſcher Nation Herrlichkeit ſagt, daß zu Emb⸗ den ein jeder ſein Gewiſſen frey haben wolle/ verthai⸗ digen ihre Freyheit, ſeyn von Natur freundlich, und zur Andacht geneigt, geben gute Kriegsleute, haſſen diejenigen, ſo nach hohen Aemptern ſtehen, begehren uͤber einander nicht zu herrſchen; verſor⸗ gen ihre Armen ffeiſſig. Siehe dieſer Statt Be⸗ ſchreibung auch beym Pet. Bert. lib. 3. Rer. German. P. 525. da er in etlichen Sachen mit dem Emmio nicht uͤberein trifft, welchem Emmio aber dieſer Statt Sachen am beſten bekant geweſen ſeyn. Caſp. Ens, in ſeinen deliciis apodem. p. 213. be⸗ ſchreibet ſie gar kurtz: Johan. Angelus à Werden⸗ hagen aber de Rebuspubl. Hanſcat. p. 4. cap.. 3 3. feq. gar weitlaͤufftig, da er unter andern dieſe Statt, wegen ihrer groſſen Gewerb⸗ und Kauff⸗ mannſchafft, ruͤhmet, und ſagt: Das vor Zeiten die Chauci Minores, ein Teutſches Volck, da gewoh⸗ net: Item, daß der Graff gleichſamb abgeſondert, nunmehr von der Statt bleibe; und die Staaden in Niderland nicht zugeben, daß einiger Vertrag ohne ihre Einwilligung, vorgenommen werde. Und dann, ſo findet ſich bey andern, daß Anno 1574. die ſtattliche Schul allhie erſtlich angerichtet worden; und daß in der Hauptkirchen des Graffen Ennonis von Oſt⸗Frießland Begraͤbniß zu ſehen: Und Her⸗ tzog Albrechts aus Sachſen(deſſen Eingeweyde all⸗ 5 begraben worden) ſchoͤnes Epithaphium zu leſen ey. W— Was nun das Emdderland, ſo man insgemein das Oſt⸗Frießland/ aber nach Theils Ge⸗ lehrten Meynung unrecht nennet, anbelanget, ſo fangt ſich ſolches Land an/ von dem gedachten Meer⸗ buſem Dullarto, oder Dollert, und dem Ausgang der Embs,(darvon die Inſul Borckum, oder Borchan, gelegen, ſo die meiſten fur deß Pliniĩ Burchana halten)und erſtrecket ſich nach dem Meer⸗ geſtad biß zur Weſer, und hat gegen Mittag das Stifft Muͤnſter, und die Graffſchafft Oldenburg. bgedachter Quade ſagt: Die Graffſchafft Emb⸗ den hab ins Norden die Teutſche See, ins Oſten das Stifft Bremen, ins Suid⸗Oſten die Graff⸗ ſchafft Oldenburg, ins Suiden Weſtphalen, ins Suid⸗Weſten die Drent, und ins Weſten, Frieß⸗ land: Zwiſchen Frießland aber und Embden, lige die Graffſchafft Groͤningen.

Es ſeyn im Embderlande eilff Voͤlcker, die vor⸗ hin alle frey geweſen, und ihre Zuſammenkunfften bey Aurich gehalten haben, und begreifft daſſelbe in die Laͤnge bey fuͤnffzig tauſend Schritt; iſt aber ſchmal, und ziehet ſich nach dem Geſtad des Meeres: Und ſeyn darinn die Staͤtte, Embden, Norden, Aurich, Jevern, Eſens und Wittmund, ſo gute Schloͤſſer haben, aber Wittmund gleichſam ein of⸗ fene Statt iſt. So ſeyn auch da ſchoͤne Maͤrckt/ als Wenera, Jemgum(an der Embs, in Reideria, anderthalbe Meil von Embden, ſo ſchoͤn, wie eine

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