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Topographia Hassiae, Et Regionum Vicinarum, Das ist: Beschreibung vnnd eygentliche Abbildung der vornehmsten Stätte vnd Plätze in Hessen, vnnd denen benachbarten Landschafften, als Buchen, Wetteraw, Westerwaldt, Löhngaw, Nassaw, Solms, Hanaw, Witgenstein, vnd andern / M. Z. [Ill.: Matthäus Merian]
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116 Beſchreibung der vornembſten Orth vnd iſt, vnter dieſem, ein ſchoͤner hoher Kel⸗/ wird; dagegen vber an der Fulda ein ſchoͤne

ler von eben ſolcher laͤnge. Naͤchſt daran, hat es eine ſchoͤne liechte hohen Capellen, mehrentheils mit ſchoͤnen außgehawenen ſtuͤcken von Alabaſter außgearbeitet, inſon⸗ derheit der Predigſtul, vnnd Altar, von gantzem weiſſen Marmorſtuͤcken, außge⸗ zieret: die Kirche, oder Capell aber /iſt vber⸗ all voller, auff verguͤldetem Boden, ſchoͤ⸗ ner gemahleter, oder geſchriebener Geiſtli⸗ chen Spruͤchen; auch hat es dariun nicht allein ein feines bequemliches Fuͤrſtliches Zimmer, ſo man heitzen kan, alles vorge⸗ dachtem Zierat correſpondirend; ſondern auch eine ſchoͤne Orgel, mit einem von ſchwartzem Ebenholtz Principal Stim⸗ werck gehabt, welches aber, wie das gantze Hauß, von den leydigen Landsverwuͤ⸗ ſtern, ſehr verderbt worden. Vber dieſer Kirchen, ſo groß Sie vmbfangen, iſt wider ein ſchoͤner hoher vlereckichter Saal, vol⸗ ler ſtattlicher Spruͤche geſchrieben, vnnd mit vornehmen Gemaͤlden an der Buh⸗ nen, gezieret, deſſen Invention in lauter

Triumphis der Heidntſchen gedichten Göt⸗

ter, ſampt jhrer geheimen Bedeutung, be⸗ ſtebet, nach welchen auch dieſes Gemach der Trlumph Saal genennet wird. Hinter dem Schloß hat es einen trefflichen ſchoͤ⸗ nen weit vmbfangenen Luſtgarten, nit ge⸗ hoͤrigen Huͤtten, vnd Springbrunnen, ale auch einen herrlichen Baumgarten, alles inein ſonderliche Ringmawer geſchloſſen, vnd mit einer abſonderlichen, hohen Maw⸗ ren vnterſchieden, vnnd ſonſt, mit allen an⸗ dern zur Hoffhaltung gehoͤrigen Gelegen⸗ heiten wol verſehen, vnd hat oben hinauß, an der Fulda, zwiſchen den Bergen hin, ge⸗ gen Bebra, ein ſchoͤnes anmutiges luſtiges Außſehen. Die Statt wird durch den Ful⸗ daſtrohm gethetlet, doch iſt das theil jenſeit deln Schloß nicht vmbmawret, vnnd wird die Newſtatt genannt, in welcher noch ein fein, wiewolnicht gantz von Stetnen auff⸗ geführtes Fuͤrſtliches Ambt Hauß iſt, vnd nicht weit davon eine ſchoͤne Schaͤfferey,

vnd Zehent Scheuren. Bey dieſein Ampts⸗

gebaͤn in der Neuſtat, ſtehet die ſchoͤne weit, vnnd hohe Kirche, die Rotenbergtiſche Stiffts⸗Kirche genannt, welche jhre ab⸗ ſonderliche von den alten Fuͤrſten geſtiffte Einkommen hat, davon ein ziemlicher an⸗ theil deß Kirchendtenſts im Land erhalten

von Steinen auffgefuͤhrte Muͤhle, in 5. Mablgaͤngen, vnnd einer Schlaag, Lohe: vnd Walckinuͤhlen, alle vnder einem Dach, beſtehende. Die Brucke andieſem Orth, zwiſchen beyden Staͤtten, vber die Fulda, iſt zwar hoͤltzern, dergleichen eine dreyoiere theil Meyl Wegs oberhalb beym Dorff Breydenbach, ſo deß Zols, onnd vber⸗ farts wegen, ein ziemliches eintragen. Die alte, oder rechte Statt Rotenberg am Schloß gelegen, iſt andern gemeinen Land⸗ Staͤtten, glelch, hat auch eine feine Kirche in ſich, vnnd ſonderlich ein ſchoͤn ſteinern Rathhauß gehabt, welches aber An. 1637. beneben der halben Statt, durch den Brand auffgangen.

Das Ampt Rotenberg iſt von 33. Doͤrf⸗ fern, vnnd der groͤſten etucs tim Lande, er⸗ ſtreckt ſich der Laͤnge nach faſt in fünffthalb Meil Wegs, vnd graͤntzet mit einem Orth an das Saͤchſiſche Ampi Gerſtungen. Iſt ein treffliches Ampt von allerhand Ein⸗ kommen, ſonderlich aber der Fruͤchten, Schafftrifft, vnnd Maſtung, halber, ſehr berumt, in maſſen es nicht allein einen ſehr groſſen wettleufftigen Ackerbaw vnd ſtatt⸗ liche ſehr haͤuffige Schaͤffereyen hat, in ſo viel hundert Pfirchen beſtehend, ſondern darbeneben auch ſeine viel groſſe Waͤlde, vnnd Wildfuhren, ſo jhre abſonderliche Namen haben, worauß ein ſehr ſtattliches Forſt: vnd Maſtgelt, als auch ein anſehen⸗ liches Wildpreth beydes zum nutz, als zur luſt eriangt werden kan, der darzwiſchen lauffender Forellenbaͤche zu geſchweigen; wie dann auch die Fulda in dieſem Ampt ſonderlich Fiſchreich iſt. Es hat auch mit Teichen, vnnd allerhand kleinem Widdpret, ſtattliche Gelegenhelt in dieſem Ampt, vnd bey der Statt zieilichen Beinwachs. Die Berge ſind ſehr hoch, vnd voller weiten ho⸗ len Thaler, als ſonſt im Lande ſich nicht viel findet. Vnter andern raget faſt in der mitten vnter allen andern hohen Bergen dieſes Bezircks, gleich einem Kirchthurn auß einer Statt, der hohe ſpitzige Albei⸗ mer Berg herfuͤr, von dannen man auch den mehrentheils Heſſenlandes vberſehen kan. Vnnd well dieſer Berg mitten in der Wüldbahne, iſt es ſonderlich zur Zeit, wann die Hirſche ſchreyen, ein trefflicher luſtiger Orth. In dieſein Ampt, am Wildecker Forſt,

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