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der aber ſetzt es in das nachfolgende Jahr.
108 Beſchreibung der vornembſten Orth
Milſungen/ Melſungen.
ODer Milſingen, iſt ein luſtige, wiewol
kleine Statt vnd Schloß, an der Ful⸗ da, im Nlͤern Fuͤrſtenthumb Heſſen ge⸗ legen, davon in einer geſchrtebenen Thuͤ⸗ ringiſchen Chronte ſtehet, daß, zu den Zei⸗ ten Kayſer Heinrichs deß Sechſten, Land⸗ graf Hermann in Thuͤringen, dem Bi⸗ ſchoff von Maͤyntz Melſungen abgewon⸗ nen, vnd beſetzt habe. Vnd hat ſolches Be⸗ cherer in ſeiner Thuͤrtngiſchen Chronic p. 253. geſetzt auff das Jahr 1192. Z. Rtvan⸗
Daher das Ereoſtichon:
Pax venit ex fatis: jungor Milſungia
Cattis.
Vnd iſt alſo Milſungen durch ein Ver⸗ trag, welchen die Aebbte zu Fulda vnnd Hirſchfeld machten, an Heſſen kommen. Die Limpurgtſche Chronic meinet am 42. Blat, daß Maͤyntz, Braunſchweig, vnnd Meiſſen, in dem Krieg, den dieſe Fuͤrſten, mit dem Landgraffen in Heſſen, führten, An. 1388. den Niderſtein gewonnen, Gu⸗
denſperg verbrannt, Rodenburg, vnnd
Muͤlſingen, erobert haben. Aber die Fran⸗
ckenbergiſche Chronte ziehet, am 49. Blat, die Abbrennung Guttenſperg, vnnd Ero berung Nideſtein, Milſungen, Rotenberg, Eſchwee, vnd Sontra, in das 1385. Jahr. Das Fuͤrſtliche Heſſiſche Hauß allhte, hat Landgraf Wilhelm der aͤltere im Jahr 1550. biß auffs 54. von newem zugerich⸗ tet. An. 15 56. ward das jetztge Rathhauß;
vnd Anno 1596. die Steinerne Bruck v⸗ ber die Fulda, durch Huͤlff Landgraf Mo⸗ ritzen zu Caſſel gantz außgebauet. Es ligt
Milſungen drey Meilen von Caſſel: das Ampt aber vmbher, zu beyden Seyten der Fulda, eine Meyl von Spangenberg, vnd begreifft in ſich jenſeits die andere Helffte deß Riedforſts, welches einer der groͤſten Waͤlde, vnd Wildbanen in Heſſen iſt, da
rinnen es auch dieſes Ampts ſehr ſtattliche
Baͤche hat. Belangend inſonderheit das Schloß, iſt ſolches zimblich alt, doch gantz von Steinen, vier Wanderungen hoch auffgefuͤhret, darinnen 4. groſſe Fuͤrſtlt⸗ che Saͤle vber einander, vnnd die Gema⸗ cher, welche ſehr hoch, auch theils ziemb⸗
lich groß, zu beyden Seiten der Saͤle, ligen. Oſtenwerts gegen der Fulda iſt der Hof
mit einer geringen Mauer geſchloſſen, die andere beyde ſeyten aber gegen der Statt, vnnd Baumgarten, ſind(wiewol in kei⸗ ner gewiſſen Formb) mit einem Mar⸗ ſtall, Renthofe, vnd andern Gebaͤuen, zu⸗ gemacht, vnd der Hof iſt langlecht, vnnd nicht gantz geſchloſſen, ſondern hat daſelbſt. eine Durchfahrt, auß dem Schloß, gleich nach dem Garten, vnnd der Landffraſſe von der Statt, maſſen das Schloß auff der Ringmauren ligt. Vnd weil der Ort ſehr bergicht, hat es kein ſonderlich Außſe⸗ hen. Die Statt iſt nicht groß, aber von ziemblichen ſtarcken Gaſſen, vnd ſchoͤnen hohen von Holtz auffgeführten Haͤufern, inmaſſen dieſe Statt, vor allen andern, lin gantzeen Lande, einen groſſen Vorthell hat, indem Ihr ein groß Stuͤck Waldes, der Schoͤnberg genannt, darinnen etne vo berfluͤſſige Menge ſehr ſtarcken vnnd ſtra⸗ cken Eichenholtzes ſtehet, eygenthumblt⸗ chen gehoͤrig, daher auch alle im Holtz ar⸗ beitende Handwercker, als, Zimmerleut, Schreiner, Faßbender, ꝛc. dieſes Orts ſehr im Schwang gehen, vnnd zu Schiff, vnd Floͤſſen die Fulda hinab auff Caſſell gefuͤhret werden. Bey dteſer Statt hat es eine ſehr ſchoͤne lange in ſechs Schwie⸗ bogen beſtehende ſtetnerne Brucken, vber welche ein vornehme Landſtraſſe gehet, vnd daher ein ſtarcker Zoll erhaben wird. Vnderhalb Milſungen hat es auch eine hoͤltzerne Brugge, ſo die Landſtraß von Caſſel iſt, bey dem Dorff Rörenfurt(o⸗ der Rurfurt.) Das Ampt iſt nicht ſon⸗ derlich groß, beſtehet ohngefehr in fuͤnſſ⸗ zehen Doͤrffern, ohne die Adelichen; iſt auch nicht von groſſem Fruchtwachs, ſondern mehrerthells Wald, daher Forſt: vnd Maſtgelt die beſten Einkommen ſeyn. Vnnd hat es im gantzen Landt ſo hohes, ſtrackes, vnd dickes Eichenholtz nicht, als in dieſem Ampt, vnd im Ellenbacher Forſt, Ampts Rotenberg, da es auch die ſchoͤne⸗ ſten Dannen zuweilen vbertrifft. Hinterm Erlesberge, gegen dem Hof Fahra, hat ſich auch noch vor wenig Jahren ein Steinkohlen Vergwerck befunden, vnnd dagegen vber, jenſeit der Fulda, am V⸗ fer, vnterm Wildsberge, ein anmuthiger Sauerbrunne. So ligt in dieſem Ampt, in einem abſonderlichen Bezirck, zwiſchen der Fulda, vnd Eder, an der Fulda, das
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