96 Beſchreibung der vornembſten Orth
im Julio haben die Kaͤyſeriſche vnd Chur⸗
V Der Ackerbau dieſes Orts iſt etwas ſchwer,
Bayriſche cou ungirte Armeen, vnter dem weil der Acker faſt hoch oben auff dem Ge⸗ Herrn Generaliſſimo, Ertz⸗Hertzog Leo⸗ bürg vor dem Gehoͤltzlligt, vnd wegen Vn⸗
polden Wilhelmen zu Oeſterreich, diß Orths ſich verſchantzt, vnd das Haupt La⸗ ger eine Zeitlang gehabt.
Immenhanſen. St ein Fuͤrſtlich Nider⸗Heſſiſch Staͤtt⸗ ₰ lein, ſo vmb das Jahr 1280. von Land⸗ graff Heinrichen dem Erſten, wider an das Land zu Heſſen gebracht, vnd darauff An. 1385. von Balthaſarn Landgraffen zu Dö⸗ riggen, gewonnen vnd außgebrand, in wel⸗ chein Fewer vber hundert Menſchen vmb⸗ kommen; letztlich auch in An. 1603. voney⸗ genem Fewervbelzugerichtet worden. Es ligt Imenhauſen hart vor dem Reinharts⸗ wald, davon oben im Eingang.
Nach dem es im Jar 160z. in den Brand gerathen, iſt es wider ſchleunig, vnd ganh, erbawet werden. Aber iim Jahr 1631. her⸗ nach, ward es, von den Kayſeriſchen, biß auff 4. oder 5. Haͤuſer, ſampt der Kirchen, darinnetn ſehr herrliche Orgel war, wider eingeaͤſchert; ſoll aber gleichwol jetzt zimlich abermahls auffgebawet ſeyn. Die von Stockhauſen haben allda einen ſtattlichen Burgfitz. Nicht weit von hinnen hat es, im Felde, Eiſenbergwerck, davon, zu Kntek⸗ hagen, hart am Fuldaſtrohm, ein vorneh⸗ mes Gießwerck, vnnd mitt eiſenen Oefen, Kugeln, vnnd anderen ſachen, ein groſſer Handel getrieben wird. Beſſer hinunder ligt in de Dorff Wilhelmshauſen, ein alt Cioſter, welches nunmehr dene von Vffeln, ſo in der Grebenſteiniſchen Gegend jhr Stammhauß, vnnd Burgſitz haben, zu⸗
ſtaͤndig iſt. 4 Itter.
Jeſer Orth hat den Nahmen von dem — Fluß Itter, ſo in die Eder ſich ergeuſt. Hat vor Zetten ſeine beſondere Herren ge⸗ habt, dahero ſolche jhren Titulgefuͤhrt, vnd behaͤlt aunoch den Nahmen einer Herr⸗ ſchafft, welche vmbs Jahr 1361. an das Fuͤrſtenthumb Heſſen iſt kommen, vnter Landgraff Henrichen, von welchem der letz⸗ te Herr von Itter, wegen einer Mordthat an ſetnem Vetter begangen, mit Hülff deß Biſchoffen von Mayntz vberzogen, vnd im Cloſter Haina gefaͤnglich gehalten ward.
art des Orts ſchwere Muͤhe vnd gute Huüͤn⸗ gungerfordert. Das Waſſer, die Itter ge⸗ nandt, gibt gute Forellen. Es iſt auch ein groſſer Salmenfang in dieſer Herrſchaffl: Das Schloß, ſo die Herren von Itter vor Zeiten bewohnet, wird genent Voel, oder Voͤla/ vnd ligt auff einem Felſen. Sind allda der newe Baw darinn der Amptmañ dieſer Herrſchafft wohnet, der Waldecki⸗ ſche Baw, der groß Marſtalsbawzdie groß Cent⸗Schewerzder Viehhoff, darinn deß Schaffmeiſters Behauſung; der groß Schaffſtall. Die Schaͤfferey iſt hierumb gut.
Siehe von der Mord⸗that, welche an dem Fuͤrſtlichen Darmſtaͤttiſchen Rath, vnnd Amptimann der Herrſchafft Itter, Johann Chriſtoph Koben, damaln Fuͤrſtlichen Ge⸗ ſandten, vnd einem bey ſich gehabten Cor⸗ net, durch einen Nieder Heſſiſchen Obriſt Lieutenant, Namens Raͤtſchin, zu ende deß Jeuners, Alt. Cal. Anno 1645. volbracht worden, den Fuͤnfften Theil deß Theatri Europæi, pag. 69 2. fe—†φ.
Kaͤppel/ Keppel/ ODer Capellenſe Monaſterium, ein Praͤmonſtratenſer Jungfraw Cloſter, in der Naſſawtſchen Graffſchafft Sigen Vogtey Hilgenbach/ gelegen, darinnen
Jungfrawen der Refornurten Religion, biß auff das Jahr 1626. gelebt; da Bapſt Urbanus der Achte, auff begehren Graff Johann deß Juͤngern, von Naſſaw, den Jeſuiten den 8. 18. Jultj, daſſelbe einge⸗ raumbt; welches hernach die Keyſer Ferdi- nandus II. und III. beſtaͤttiget haben: wie P. Joannes Cruſius, wider den P. Koma- num Hay, tract. 4. p. 106. berichtet: vor⸗ her aber, tract. 3. p. 36. ſagt, daß, ehe die Je⸗ ſuiten zu Sigen, in gemeltem 26. Jahr, be⸗ ſagtes Cloſter eingenomien, ernanter Graff Johann, die 7. Vncatholiſche Jungfrawen, ſo noch vbrig waren, im Julio, zuvor, von dannen vertrieben habe: die Vncatholtſche Graffen von Naſſaw aber, die Keſticution der Abbtiſſin, vnnd einer vbrigen Nonnen⸗ wie auch die ſubſtitucion Anderer, in Krafft deß Frtedens Inlleument:, ſuchten.
Kau⸗
M
7 h 7 ſe W AA
v


