Druckschrift 
Topographia Hassiae, Et Regionum Vicinarum, Das ist: Beschreibung vnnd eygentliche Abbildung der vornehmsten Stätte vnd Plätze in Hessen, vnnd denen benachbarten Landschafften, als Buchen, Wetteraw, Westerwaldt, Löhngaw, Nassaw, Solms, Hanaw, Witgenstein, vnd andern / M. Z. [Ill.: Matthäus Merian]
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in Heſſen vnd den benachbarten Landen. Herr Graff Melchior von Gleichen vnnd

darauff ſie dann beyde wider abgezogen

Hatzfeld, vnnd ſein Herr Bruder Graff ſeyen.

Herman, zu Crutorff, drey Meyl hindet

Sigen, Hof haltendt.

Huͤnfeld.

ODer Hunfeld, zwtſchen Vach, vnnd

Fulda, vnd in dem Stifft Fulda gelege. A. 1359- hat Landgraff Otho auß Heſſen, an S. Cathartnen Tag bey Nachts, heun⸗ lich mit Leytern dieſes Staͤttlein erſtlegen; Aber 8. Tag hernach, als Biſchof Albrecht zu Wuͤrtzburg, Marggraff Frlederich zu Meiſſen, vnnd Land⸗Graff Heinrich, dem Abbt Heinrichen zu Fulda, huͤlfflich er⸗ ſchtenen, die Statt Borckem in Heſſen be⸗

laͤgert, vnd eingenommen; ſo iſt Landgraff

Otho wider zuruͤck erfordert worden; vnnd hat das Staͤttlein Hunfeld verlaſſen muͤſ⸗ ſen. Davon zu beſchen Fabricius de Orig. Saxon. pag. 676.

A. 1525 in dem Bawrenkrieg hatLand⸗

graff Philips in Heſſen, dieſes ſchwache

Staͤttlein, durch Vbergab eingenommen. Vnnd als die von Fulda jhme nicht zuhtel⸗

Idtſtein.

V Schloß vnnd Sraͤttlein, in einem Thal

gelegen, vnnd ſchoͤn erbawet. Hat zwar keinen Weinwachs, aber ſehr gute Fruͤchte. Iſt Naſſawiſch Wißbadiſch, Graff Jo⸗

hannſen zu Naſſaw Reſidentz, vnnd ligt in

dleſer Herrſchafft, an der Catzenelenbogt⸗ ſchen Graͤntze, ein halbe Stund von Langen⸗ Schwalbach, das Hauß Adolphseck/ welches Kaͤyſer Adolphus gebawet hat, auf einem runden hohen Felſen, zwiſchen hohem wildem Gebuͤrg, mit einem Fiſchweyer ganh vmbgebenzder Schloßgraben iſt gantz in die Felſen eingehawen, An. 1631. iſt das Schloß noch in ſeinem Weſen geſtanden: Allda in einem Saal im Fenſter noch deß Kuͤyſers Wape, mit folgenden alten Teut⸗ ſen Reimen geſtanden?

Wann Suͤnd nicht haͤtte Suͤnden Na⸗

men,

Wolt ich mich doch der Suͤnden ſcha⸗ men.

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ten, nahmer Hunfeld Anno 26. wider ein: Die Einwohner ſind alle Wollenweber; Die Sach wurde aber vertragen, daß er de allda es auch feine Muͤhlen vnnd Walcke Abbt dieſen Ort, neben andern mehren, wie gehabt, jetzunder aber iſt es gar wuͤſt, vnnd der gab; wie in den Anriquit. Fuld. Brou- hat nurend etlich wenige Haußhaltungen

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veri, l. 4. f. 32 3.& 348. ſtehet. Es ſchreiben etliche, daß Anno 1301. Landgraff Otho, ſampt Marggraff Friderich, den Abbt von Fulda vberzogen, Hunfeldt gewonnen vnd gepluͤndert, vnnd das Hetligthumb hinweg geführt, damit ſein Vatter, der alte Land Graff Henrich, nicht zufrteden geweſen, vand geſagt; Die Heiligen wuͤrden ſich raͤchen/ vnnd jhr Wachs wider holen.

In einer geſchriebenen Thuͤringiſchen Chronic, wird das erſte oben etwas anders beſchrteben, vnd geſagt, daß Anno 136:. die zween Landgraffen, Döͤrtngen vnd Heſſen,

den Abbt zu Fulda, zu gleich vberzogen, vnd

vnder Rockenſtuhl zuſamen kommen, vnd daß die Heſſen in Hunfeld gefallen ſeyen, vnnd das mit Gewalt gewonnen haͤtten:

vor Geiſa gelegt, vnnd das auch gewinnen wolte, da habe der Abbt ſeine Freunde an ſie geſchickt, vnnd die Fuͤrſten, daß ſie deß Stiffts ſchonen wolten, bitten laſſen:

allda.

Ilmſtatt. JSt eine reiche Probſtey vnnd Cloſter, B⏑᷑ Præmonſtratenſer Ordens, vnter der Regul S. Auguſtini, mitten in der Wette⸗ raw, an dem beſten vnd fruchtbarſten Ort deß Lands, zwo Meylen von Franckfurt, vnnd eine von Friedberg, an der Nidd gele⸗ gen: Der Flecken daran gleiches Namens mit dem Cloſter gehoͤret der Burg Friedo berg zu. Es ſchreibt Nicolaus Serarius in vita B. Godefridi Comitis, daß es vorhin Elofſtadt oder Elfſtatt geheiſſen, vnnd ſol⸗ ches Graff Gottfried von Cappenberg, ein Gottsfürchtiger Herr in Weſtphalen, vmb das JahrChriſtt 1075. fundirt vnd erbawet

habe: Wie er dan allhte zwar geſtorben vnd Vnnd als der Landgraff zu Doͤringen ſich

begraben, die Reltquten vnd Gebeine aber zum theil von ſeine Bruder Ottone, Prob⸗ ſten zu Cappenberg, im Jahr 1143. erha⸗ ben, vnnd nach ermeltem Cloſter Cappen⸗ berg gebracht worden ſeyn ſollen. A. 1 8346 t