Druckschrift 
Topographia Hassiae, Et Regionum Vicinarum, Das ist: Beschreibung vnnd eygentliche Abbildung der vornehmsten Stätte vnd Plätze in Hessen, vnnd denen benachbarten Landschafften, als Buchen, Wetteraw, Westerwaldt, Löhngaw, Nassaw, Solms, Hanaw, Witgenstein, vnd andern / M. Z. [Ill.: Matthäus Merian]
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8 Beſchreibung der fuͤrnehmſten Ort cæp. 19.& lib. 3⸗cap. 5. Sind alſo die Carti und Haſſi, oder Catten, Hatkten, und Haſſen/ oder Heſſen, ein Volck geweſen, und iſt dahero unnoth, daß man die Heſſen zus Preuſſen, Curland, dem Obern⸗Teutſchland, oder anderswo herfuͤhre/ wie theils thun, und ſie in der Alten Cattenland ſetze; ſo ſie doch ſtaͤts darin gewohnet, und eben die Wüten Catten jederzelt geweſt ſeyn, welche den Roͤmern ſo viel zu ſchaffen gege⸗ ben haben. Es iſt faſt ſchwer und müheſam, die rechte alte Graͤntzen der Catten, aus den al⸗ ken Hiſtoricis, Coſmographis und Geographis beſtaͤndig auffzuſuchen/ und dleſel⸗ bigen, wie ſie von Alters benendt worden, mit den jetztbraͤuchlichen zu conferiren, und ſonderlich, weil von etlichen Seribenten aus Unerfahrenheit des rechten alten Sitzes Der Cartorum ſo zweiſſelhafftige und ungewiſſe Dinge hiervon ſtatuirk werden. Es ſeynd die Dinge nicht allein von wegen der Veraͤnderung ungewiß, ſondern auch/ weil die Scribenten ſelber ſo ungleiche Meynungen vorbringen, welche von einerley Sa⸗ chen nicht einerley Bericht erſtatten, wie der Griechiſche scribent Strabo vorlaͤngſt geklagt. Wonn wir nach dem rechten Sitz der alten Catten bey den alten Scriben⸗ ten forſchen, beſindet ſich gleichwohl, daß kaum von einem Volck die Termini ſo etnhellig, als von den Cattis geſetzt werden; um welches willen dann billich ſich zu verwundern/ warum Franciſcus Irenicus ſtatuirt /daß der Cattorum kein Veſtigium mehr zu finden. Von Aufſgang ſetzen die Alten Viſurgim& Vierram,(Weſer und Werra) und die daſelbſt angrentzende Berge; da jetzo der oeheberg(bey wel⸗ chem die Schlacht zwiſchen den Hermundern und Catten be ſchehen) Rachelberg, Gebingk, Heynich und Burſelberg; Hinder dieſen Bergen und Fluͤſſen die Tu- bantes, Gandrinos und Cattuarios(welches jetzo die Eyßfelder) da noch drey Doͤrf⸗ fer; nemblich Kirch⸗Gandern, Ober⸗und Nider⸗Gandern ligen, und das Land zu Goͤttingen, biß an Brackenberg und biß gegen Lippoldsberg ſeynd. Hinder welchen Voͤlckern dann die Cherulci, Hartzlaͤnder, Bruckerl und Cauci ihre Sitz gehabt, und erſcheinet alſo, daß die Cheruſci und Cauci, mit den Catten(wie viel wollen) niemahls gegraͤntzet haben, ſondern durch die Tubantes, Gandrinos und Cattuarios von ihnen abgethellet geweſen. Uind dieweil die Hermundurt ‚welches jetzo die Thuͤringer ſind, ihre Graͤntz nach den Catten zu biß an den Hoͤrſelberg bey Eyſenach, dannen auf die Werraerſtrecket, ſo iſt man gewiß/ was die Catten vor limires und Grentze, gegen Auffgang der Sonnen, das iſt, nach dem Land zu Thuͤringen, Eyßfeld und Sachſen/ gehabt; nemlich die Weſer mit thren beyligen⸗ den Bergen, Gehoͤltzen, und den obgenandten Voͤlckern. Gegen Mittag hatten die Catten die Foſos, welches Schopperus und andere auf die im Fuͤrſtenthum Henne⸗ berg, Buchen und Francken, deuten: Cluverius aber die Sachſen darunder verſtehet, es weren dann, zweyerley Foſt geweſen. Folgende die Monres Abnobios, in welchem Circk, Saltzungen, Breitungen, Rockenſtuhl, FuldaNeuhoff, Steckelberg, Schluͤchter, Büdingen, Gellhauſen, Hanau, Bergen, Ortenberg biß an den Speß⸗ hart und Kintzing biß in Mayn gelegen. Nach Nidergang beſchreiben die Hiſtorici. daß daſelbſt der Catten angraͤntzende Voͤlcker die vupi und Vſipetes, und der Rhein ſeyen/ welches man jetzo vor die Rheingauer achtet, und darneben die Mattiacos fon- tes; darvon Plinius lib. 3 1. cap. 2. ſchreibt/ und Leonhardus Fuchſius vor die Brun⸗ nen zu Wißbaden haͤlt. Daſelbſt in der naͤhe ſol von Alters Martium der Catrorum Haͤuptorth gelegen ſeyn, und die Brunnen davon den Namnen bekommen. Es iſt aber jetzo kein einige Anzeigung daſelbſt, ohn daß ein Orth Mlattmel genennt, deß Orths noch uͤbrig ſoll blieben ſeyn,(ſonſten iſt ein Dorff bey Gudenſperg/ Namens Metz?) Dieweil aber Bearus Rhenanus ſchleuſſet, daß Catzenelenbogen den Namen von den Cattis und Meliboco her habe(wie wir droben gehoͤret) und demſelben andere zutret⸗ ten/ kan man faſt nicht anderſt ſchlieſſen, dann daß die Rheingauer, Catzenelenbogen biß an Rhein/ und folgends die Innwohner gegen Coblentz uͤber die Loͤhn herauf biß in die Dill, unter die Cattos gehoͤren. Gegen Mitternacht thun ſich herfuͤr die Montes Obnobii, jetzt das Heßiſch Gebuͤrg genandt, Angrivarla, Chamauui und gantz Weſt⸗

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