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Topographia Franconiae, Das ist, Beschreibung, Vnd Eygentliche Contrafactur der Vornembsten Stätte, Vnd Plätze des Franckenlandes, vnd Deren, die Zu Dem Hochlöblichen Fränkischen Craiße gezogen werden / [Martin Zeiller.] An tag gegeben vnd Verlegt Durch Matth: Merian In Franckfurt
Entstehung
Seite
212
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114 Impia quos tandem juſſit Geilana necari, Celavitque ſub bunc corpora cæſa locum. Ne turpi, ſine laude, ſitu de foſſa jacerent

Corpora, Burcbhardus ſub monumenta locat. Welche Vers nicht/ wie Bruſchius, und an⸗ dere/ wollen/ in der Guufft/ und bey ihrem der Maͤrtyrer Grab/ ſondern vor dein Eingang deßCapitel⸗Orts ſtehen/ welcher zwar an der Kirchen des gedachten Neuen⸗Muͤnſters: aber in dem Ober⸗Theil deß Baus/ auff der Mittnaͤchtiſchen Seiten der beſagten Grufft iſt. Gemeldter Burckhardus ſolle 50. Jahr allhie Biſchoff geweſt ſeyn/ wie er dann erſt Anno 791. geſtorben. Ihme ſoll deß ob⸗ gedachten letzten Fraͤnckiſchen Hertzogen all⸗ hie/ deß Hettani Tochter/ Immina, ein H. Jungfrau/ das Wuͤrtzburgiſche Schloß /mit den Guͤtern/ und allem Einkommen/ geben haben, wie in ſeinem Leben ſtehet. Sebaſtia- nus Munſterus ziehet Laurentünn Frieſſen einen gebornen Francken/ an/ der alſo ſchrei⸗ be: Do Carolus Magnus den Biſtunb uͤber⸗ geben hat das Hertzogthumb zu Francken/ ſoltu bey dem Hertzogthumb verſton/ die Stadt Wirtzburg/ und andere Staͤdt/ und die gantze Herrſchafft/ ſo Heranus, der letzte Hertzog/ hat in ſeiner Beſitzung gehabt. Dannes ſeynd auch zu derſelbigen Zeit in die⸗ ſem Franckenland geweſen/ viel Hertzogen/ Grafen und Herren/ zu Rotenburg an der Tauber/ zu Camberg/ Bamberg/ Schwein⸗ furt/ Limburg/ ꝛc. von denen entſprungen ſind/ die Friederichen/ Eberharden/ Ottones, Popones, Conraden/ Henrichen/ und viel andere Fuͤrſten/ wie die Hiſtorien anzeigen. Aber es ward keiner Hertzog genannt/ dann der/ ſo zu Wormbs/ und Limburg/ ſein Wohnnng haͤkt. Jedoch haͤtt der Biſchoff allen Gewalt/ und Jurisdiction zu urtheilen uͤber die ligende Guͤter/ uͤber Brand/ Lehen/ Leuth/ und Blut/ durch das Franckenland/ deßhalben man auch dein Biſchoff fuͤrtraͤgt ein Schwerdt/ damit anzuzeigen/ daß er nicht allein einen Geiſtlichen/ ſondern auch Weltlichen Gewult hab/ wie dann ein Verß⸗ lein darvon vor Zeiten gemacht alſo lautend:

erbipoli⸗ ſola judicat enſe& ſtola. Biß hieher Munſterus Bruſchius in ſeinem Tractat von den Biſtumen in Teutſchland/ meldet/ daß ſolches Verßlein in deß Bi⸗ ſchoffs Weltlichen Inſigel ſtehe; und daß der Biſchoff/ wann er den Gottesdienſt beym Altar verrichte/ allezeit ein bloſſes Schwerdt neben ſich ligen habe/ damit ſein voͤlliger Gewalt uͤber Tod/ und Leben/ im

Beſchreibung

Hertzogthumb Francken/ angedeutet werde. 1

Chriſtoph. Beſoldus ſchreibet de Ordine Equeſtri libero, am 11. Blat/ daß an den Biſchoff zu Wuͤrtzburg die vollſtaͤndige Ge⸗ rechtigkeit/ deß Fraͤnckiſchen Hertzogthumbs niemals/ ſondern nur der Nahm/ und Titul/ als wie an die Ertzhertzogen von Oeſterreich der Titul/ Hertzoge in Schwaben/ kommen ſeye. Er ſagt auch/ daß die Marggraffen von Brandenburg die Biſchoͤffe allhie nicht Her⸗ tzoge in Francken nennen/ ꝛc. Der Auror deß Diſcurß von den Reichs⸗ Vogteyen mel⸗ det/ daß die Geiſtliche die Wildbahns⸗ und Forſt⸗Gerechtigkeiten nicht gehabt/ welche das Biſtumb Wuͤrtzburg auf dem Staiger⸗ wald erſt Anno 1025. von Kaͤyſer Heinri⸗ chen dem andern erlangt habe. Deßwegen aber wir uns in keinen Streit einlaſſen; ſon⸗ dern allein anderer Meynungen hievon ha⸗ ben erzehlen wollen; als wie auch oben bey Rotenburg an der Tauber beſchehen; da⸗ ſelbſt etlicher Hertzogen/ ſo nach beſagtem Hetano ſich Hertzogen in Francken geſchrie⸗ ben/ gedacht worden iſt. Heutiges Tags ha⸗ ben die meyſten Biſchoͤffe in Teutſchland/ neben dem Geiſtlichen/ auch den Weltlichen Gewalt. Wir wollen zum Beſchluß/ wegen deß hieoben ſtehenden/ noch allein dieſes thun; daß obgedachter Brufchiss p. 162. fa- get/ daß Biſchoff Ehrlongus, ein Graf von Calu/ ſo Ammo 1122. geſtorben/am erſten ein Schwerdt in dem Wappen gefuͤhrt/ und ihm ein Schwerdt fuͤrtragen laſſen: Item/ daß der 56. Biſchoff/ Godfried von Lim⸗ purg/ ſo Anno 1455. geſtorben/ ſichamer⸗ ſten einen Hertzogen in Francken geſchrieben habe. In der Braunſchweigiſchen Chronic ſtehet amn 126. Blat/ alſo: Im Anfang deß 1128. Jahrs hat Kaͤyſer Luther die Weyh⸗ nachten zu Wuͤrtzburg gefeyret/ Graf Eme⸗ rich von Leiningen daſelbſt zum Biſchoff beſtaͤtiget/ Hertzog Conrad von Schwabeu/ ſeinem Feinde/ das Land Francken genom⸗ men/ und es wider an das Stifft Wuͤrtz⸗ burg gegeben/ dem es vorhin Kaͤyſer Hein⸗ rich der Fuͤnffte entwendet/ und ſeiner Schwe⸗

ſter Sohn/ Hertzogen Conrad zu Schwa⸗

ben/ geſchencket hatte. Siehe abermals oben Rotenburg. Ferners/ ſo meldet Cytiacus Spangenbergin der Hennebergiſchen Chro⸗ nic /lib. 1. c. 4. tol. 39. es habe obgedachter Koͤnig Pipinus dieſem Stifft den Grafen von Henneberg zum Marſchalck/ den Grafen von Rhyneck zum Truchſeß/ den zu Caſtel zum Schencken) und den von Wertheim zum Caͤmerer erblich zugeordnet. Thraſy bu⸗ lus Leprameldet in derdedens⸗ Beſchreinns

Herrn