(19) ten ihn nicht ſo gleich beſuchen konnte, und etwas laͤnger ausblieb: ſagke er, man ſollte mich rufen, man rief mich, unterdeſſen fragte er wie⸗ der, iſt er noch nicht da, ich kam gleich, er konnte zwar nicht viel mehr reden, war aber noch bey voͤlligem Verſtand, ich bethete mit ihm die Worte: Wenn ich HErr JEſu bald ſoll ſcheiden; ſo ſcheide nicht von mir. Als unter dieſen Worten ſeine Gattin mit vielen Thraͤnen und Seuf⸗ zen der Thuͤr binaus gieng, begleitete er ſe mit ſeinen Augen und verſchied den Augenblick ſanft und ſtille. Er iſt nun geſtorben, unſer Theureſter Herr Senior, er iſt auch ſchon begraben. Aber ich weiß, ſein Angeden⸗ cken wird bey uns in beſtaͤndigem Segen bleiben, Er war ein groſſer GOttes Gelehrter, ſtarck in der neueren Weltweisheit, verſtand verſchie⸗ dene Morgen⸗ und Abendlaͤndi ſche Sprachen, wie das alles ſeine Schrif⸗ ten bezeugen zugleich aber war er auch ein vortreflicher Prediger. Wie vie, le hundert der gelehrteſten und erbaulichſten Predigten hat er von dieſer Staͤtte gehalten? worinnen er euch den Rath GOttes von eurer Seligkeit verkundiget hat. Kommet nur demſelbigen nach, folget ſeiner Lehre, tretet in ſeine Fusſtapfen, unterwerfet nach ſeinem Beyſpiel einmal in der Stunde eures Todes euren Willen dem Goͤttlichen Willen, damit ihr mit ihm einmal in der verklaͤrten Ewigkeit wieder moͤgt vereiniget werden. Er war zugleich der zaͤrtlichſte Vater, der beſte Haushalter liebreich in ſeinem Umgang, unverdroſſen in ſeiner Arbeit, wegen ſeiner ſtarcken Fa⸗
milie und beſtaͤndigem Haus⸗Creutz konnte er aber den Seinigen nicht viel
erſparen, ſeine Herrn Collegen liebte er als ſeine Bruͤder, erleichterte ihnen ihre Arbeit, daher er auch von ihnen auf das ſchmerzlichſte bedauret wird. Der langwierige Gram und Kummer üͤber ſeinen Krancken Sohn trug zu ſeiner eigenen Kranckheit gar vieles bey: er hohlte in ab, kam wieder und ſtarb. Sein unvermutheter Tod hat faſt die ganze Stadt in die groͤſte Be⸗ ſturtzung geſetzt. GOtt eilte in allen Stuͤcken mit ihm. Er kam fruͤh ins Predigt⸗Amt, trat fruͤh in den Eheſtand, ward fruͤh zu den anſehnlichſten Chrenſiellen in der Evangeliſchen Kirche berufen, beſchloß aber auch fruͤh in der Bluͤthe ſeiner Jahr ſein Leben. Und bekam einen fruͤhen Feyer⸗
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