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Die Verbindlichkeit wahrer Christen, nach dem Muster Jesu, ihren Willem dem Göttlichen Willen zu unterwerfen : Wurde als ... Herr Johann Jacob Plitt ... am 5ten April 1773. durch einen seligen Tod diese Welt verlassen ... vorgestellet / von Johann Jacob Willemer ..
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Waͤte der Wilte Gottes, uns Menſchen auf dem Weg zum Him⸗

mel zu fuͤhren, der mit Blumen und Roſen beſtreuet waͤre, ſo wuͤrden alle

Menſchen ſich gern dem Willen GOttes unterwerfen. Aber ſo iſt oft der Wille GOttes unſerm Fleiſch und Blut zuwider, wir wollen dahinaus, und GOtt dorthin. Weil der ſchmale Weg zum Himmel mit Dornen und Diſteln bewachſen iſt, ſo betreten wir denſelben mit Widerwillen. Da⸗ her muß ein Menſch nicht mit Fleiſch und Blut zu Rath gehen, das hat ſtatt, theils in Anſehung unſeres Seelen⸗Fuſtandes. So iſt der Wille GOttes uͤberhaupt, alle Menſchen ſelig zu machen, aber der be⸗ ſondere Wille GOttes iſt, der Menſch ſoll ſich auch der vorgeſchriebenen Heilsordnung unterwerfen. Der Menſch der ſelig will werden, ſoll wah⸗ re Buſe thun, an JIrſum Chriſtum glauben, und ſich von ganzem Herzen zu ihm bekehren. Will ich nun ſelig werden, ſo darf ich nicht mit Fleiſch und Blut zu Rathe gehen, und dencken: Ja wenn ich mich denn nun dem Willen GOttes unterwerfe, in die Ordnung des Heils be⸗ gebe, was wird die Welt was werden meine gute Freunde von mir den⸗ cken und urtheilen, wenn ich mich ſo nach dem Willen Gottes bilde, mein Leben aͤndern, ihren boͤſen Geſellſchaften abſagen, und in einem neuen Leben vor GOtt zu wandlen ſuche. Kann ich mir nicht dadurch Schimpf und Schande zuziehen? und was habe ich fuͤr Nutzen und Vortheil von meiner Bekehrung? theils in Anſehung der Leiden und Widerwaͤr⸗ tigkeiten, die uns in unſerm Leben begegnen. Hier ſehe ich, mei⸗ nem Freunde gehts wohl, mir uͤbel; er iſt reich, ich arm; er beſtaͤndig ge⸗ ſund, ich immerfort kranck; er lebt in Ueberfluß, ich in Mangel, da darf ich nicht denken: bin ich nicht eben ſo gut, als mein Freund, GOtt han⸗ delt ungerecht, grauſam, partheiſch. Nein! Chriſten muͤſſen hier ſehen auf den Urheber ihrer Leiden. Sind ſie ſelbſt in der Schuld, ſo muͤſſen ſie ge⸗ dencken, wir muͤſſen leiden, was wir verdient haben, kommen ihre Leiden un⸗ mittelbar von GOtt, oder durch goͤttliche Zulaſſung, ſo muͤſſen ſie ſo viel naͤgſich unterſuchen, was odagefehr die weiſſen Abſichten GOttes ſeyn moͤgten,

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